Reifenhersteller bekommt seine Kosten in den Griff – Kartellprobleme bei Phoenix-Übernahme unwahrscheinlich
Analysten schwören auf die Conti-Aktie

Seitdem Konzernchef Manfred Wennemer bei Continental das Steuer in der Hand hält, geht es mit dem Aktienkurs des Hannoveraner Automobilzulieferers nur in eine Richtung: nach oben. Erfolgreich ist Continental vor allem mit seinem Produkt-Mix aus Reifen und ausgefeilter Bremstechnologie.

HB FRANKFURT/M. Und auch die Produktionsverlagerungen in Niedriglohnländer bescherten den Conti-Aktionären ein ansehnliches Plus: Im vergangenen Jahr hat sich der Dax-Wert verdoppelt, allein in diesem Jahr legte das Papier noch mal um ein Drittel auf aktuell knapp 38 Euro zu.

Die Kommentare der Analysten sind trotz des Kursanstiegs noch immer positiv. Selbst die Nachricht, dass die Europäische Kommission die vermeintlich geglückte Übernahme des Wettbewerbers Phoenix erst noch genehmigen muss, änderte nichts an der positiven Grundeinschätzung der Experten. Die jüngste Conti-Ankündigung, die US-Reifenproduktion in Mayfield zum Ende des Jahres einzustellen, bestärkte die Meinung der Analysten sogar noch. „In allen Geschäftsbereichen mit Ausnahme der Reifenproduktion in den USA läuft es sehr gut. Insbesondere die Produktionsverlagerung nach Tschechien und in die Slowakei sorgt für Gewinne“, fasst Robert Heberger, Analyst bei Merck Finck, die Gründe für den Unternehmenserfolg zusammen. Da sei die Schließung des Mayfield- Werks nur konsequent. Zumal die Kosten für dieses Vorhaben mit bis zu 120 Mill. Euro niedriger ausfielen, als Experten zunächst erwartet und damit bereits in den Aktienkurs eingepreist hätten. Auch die Cheuvreux-Analysten loben den Schritt, der den Weg frei mache für nachhaltige Gewinne in Nordamerika und Mexiko. „Conti-Chef Wennemer will 2005 in den USA profitabel werden – das geht nur bei effizientem Ressourceneinsatz und führte zur Schließung des teuren Mayfield-Werks“, sagt Analyst Patrick Juchemich von Oppenheim Research. Laut Juchemich wird das Unternehmen auf Grund der steigenden Nachfrage nach Winterreifen oder nach dem ESP-System, das das Schleudern der Fahrzeuge in Kurven verhindert, auf organischer Basis weiter wachsen.

Analyst Heberger glaubt, dass die Aktie in den kommenden Monaten noch auf 46 Euro klettern könne, zumal sie trotz der Kurszuwächse gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis noch immer moderat bewertet sei. Heberger und Juchemich raten zum Kauf, wie übrigens 18 weitere Analysten, die die Aktie beobachten. Neun Analysten stufen das Conti-Papier mit Halten ein, zwei sprechen sich für einen Verkauf aus, geht aus Angaben des Informationsdienstes Bloomberg hervor.

Mit Wohlwollen sehen die Experten die Phoenix-Übernahme, schließlich ergänzen sich beide Unternehmen so gut, dass es laut SES-Research in „bedeutenden Märkten kaum zu Überschneidungen kommt“. Continental will Phoenix mit seiner Tochter Conti-Tech verschmelzen und erwartet dadurch jährliche Synergien von mindestens 30 Mill. Euro. Allerdings würde Continental bei Luftfedern zum führenden europäischen Anbieter für die Ausrüstung von Lastwagen und Schienenfahrzeugen. Bei schweren Fördergurten, die zum Transport von Kohle, Kies oder Sand dienen, erreiche Continental ebenfalls eine marktbeherrschende Stellung. Probleme mit den Kartellbehörden und damit ein Scheitern der Übernahme sehen die Experten dennoch nicht: Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg halten es für möglich, dass es von Seiten der Kartellbehörden zu Auflagen kommt. Diese dürften ihrer Meinung nach jedoch langfristig nicht ins Gewicht fallen. Insgesamt ist Continental für Juchemich eine Wachstumsstory mit überschaubarem Risiko. Auch Heberger hält die Aktie für solide und wenig spekulativ. Das Gewinn- und Umsatzwachstum sei gut, das Verlustrisiko beschränkt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%