Reihe von Technologiekonferenzen steht an
Ausblick: Technologiewerte und Öl bestimmen US-Börsen

Nach dem ernüchternden Ausblick des weltgrößten Chip-Produzenten Intel wird die Richtung der US-Aktienmärkte nach Einschätzung von Analysten in der neuen Börsenwoche durch die Entwicklung der Technologiewerte, die Ölpreise und den Wirbelsturm „Frances“ bestimmt werden. Am Montag bleiben die US-Börsen wegen des Feiertags Labor-Day geschlossen.

HB NEW YORK. Eine für Mittwoch geplante Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan vor einem Haushaltsausschuss des Kongress dürfte nach Ansicht von Analysten die Anleger nach dem um den Feiertag „Labor Day“ verlängerten Wochenende zur Vorsicht veranlassen. Am Freitag hatte der Standardwerteindex Dow Jones 0,29 Prozent auf rund 10.260 Punkte verloren. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 1,55 Prozent auf etwa 1844 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 Index sank um 0,42 Prozent auf rund 1113 Zähler. Im Vergleich zur Vorwoche gewann der Dow 0,64 Prozent und der S&P 0,54 Prozent. Dagegen verlor der Nasdaq 0,95 Prozent.

Unternehmensergebnisse sind den Analysten zufolge mit Ausnahme des Halbleiterherstellers National Semiconductor in der neuen Woche nicht zu erwarten. Es stünden jedoch eine Reihe von Technologiekonferenzen an, die nach dem enttäuschenden Intel-Ausblick vom vergangenen Donnerstag das Interesse der Börsianer auf sich ziehen dürften.

Intel hatte seine Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Quartal nach unten korrigiert. Der Konzern begründete den Ausblick mit einer schwachen Nachfrage sowohl bei PC-Mikroprozessoren als auch bei Kommunikations-Chips. Diese Prognose habe die Sorgen der Anleger über die Ergebnisentwicklung amerikanischer Unternehmen verstärkt, sagten Börsianer. Unter Druck könnten die Aktien von Versicherungsunternehmen geraten. Dies sei davon abhängig, welche Schäden der sich am Wochenende auf den US-Bundesstaat Florida zubewegende Hurrikan Frances verursache.

Im Blick der Anleger dürfte zudem der Ölpreis bleiben. Dieser kam zwar von seinem jüngsten Höchstständen wieder herunter, bewegt sich aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Die Investoren befürchten, dass die hohen Energiekosten die Unternehmensgewinne schmälern, weil sie zum einen dadurch selbst höhere Aufwendungen haben und zum anderen den Verbrauchern weniger Geld für den Konsum bleibt. Für ein Barrel (knapp 159 Liter) der marktführenden Sorte Brent wurden am Freitag in London zuletzt wieder 41,25 Dollar bezahlt, nachdem der Preis im Wochenverlauf bereits unter die Marke von 40 Dollar gefallen war. Leichtes US-Öl kostete vor dem Wochenende knapp 44,00 Dollar.

Von den Äußerungen des Präsidenten der US-Notenbank (Fed) erwarteten die Investoren angesichts der verbesserten Lage am US-Arbeitsmarkt eine Bestätigung der Politik maßvoller Zinserhöhungen. Die Zahl der US-Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft erhöhte sich im August um 144 000 und damit nahezu im Rahmen der von Volkswirten prognostizierten Zahl.

Die Fed hatte im Juni erstmals seit vier Jahren ihren als Schlüsselzins geltenden Zielsatz für Tagesgeld um 25 Basispunkte angehoben und ein weiteres Mal im selben Umfang im August auf nunmehr 1,5 Prozent. Die Fed hat wiederholt angekündigt, die Zinspolitik maßvoll zu straffen. Volkswirte gehen davon aus, dass die Notenbank die Zinsen bis zum Jahresende auf rund 2,00 Prozent anheben wird.

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