Reiseveranstalter steigert Umsatz – Konzentration auf das Kerngeschäft eröffnet neue Perspektiven
Neue Reiselust gibt der Tui-Aktie wieder Schwung

Die Deutschen haben wieder Lust zu reisen und bescheren damit dem Touristikkonzern Tui steigende Buchungszahlen und Umsätze. Analysten gehen davon aus, dass das auch der Aktie des Unternehmens Auftrieb geben wird. Denn im Bereich Touristik, dem Kerngeschäft der Tui, sind die Zahlen auch im Hinblick auf das dritte Quartal vielversprechend.

DÜSSELDORF. 15,7 Prozent mehr Urlauber haben ihren Urlaub bei Tui gebucht. Die neue Taktik des Konzerns, Touristen mit Frühbucherrabatten zu locken, zahlt sich offenbar aus. Auch die Aussichten für das dritte Quartal sind gut. „Der Buchungsstand für die bis Oktober laufende Sommersaison liegt konzernweit deutlicher im Plus als erwartet“, sagt Christian Obst, Analyst der Hypo-Vereinsbank. „Vor dem Hintergrund eines allgemein schwachen Konsumverhaltens fallen die Aufschläge bei den Buchungen besonders ins Gewicht“, sagt Martina Noß, Analystin der Norddeutschen Landesbank und stellt die Aktie auf „buy“.

Auch die diesjährigen Terroranschläge hatten die Urlauber nicht vom reisen abhalten können. Nur wenige Kunden stornierten ihre Reisen. Zuvor hatte die deutsche Tourismusbranche eine drei Jahre andauernde Krise durchlebt. Die Anschläge vom 11. September 2001, die Lungenkrankheit SARS und die schlechte Konjunktur hatten für rückläufige Buchungszahlen gesorgt. Parallel zur Krise der Touristikbranche hatte auch die Tui-Aktie deutlich an Wert verloren und war im Jahr 2003 sogar kurzzeitig unter die Zehn-Euro-Marke gerutscht.

Im zweiten Quartal 2005 hat Tui sein Ergebnis gesteigert und selbst die Erwartungen von Branchenex-perten übertroffen. Das Unternehmen steigerte den um Sondereffekte bereinigten Betriebsgewinn vor Steuern und Abschreibungen um 25 Prozent auf 140 Millionen Euro.

Die Anleger zeigten sich von den Zahlen vom vergangenen Donnerstag zunächst beeindruckt. Zeitweise stieg die Tui-Aktie um über zwei Prozent und markierte bei 22,46 Euro ein neues Jahreshoch. Bis zum frühen Nachmittag fiel der Wert jedoch wieder auf 21,58 Euro. Nils Lesser, Analyst von Merck Finck & Co vermutet hinter dem Anlegerverhalten Enttäuschung darüber, dass „der Ergebniszuwachs in der Touristik zu einem Großteil auf Einmaleffekten, wie beispielsweise dem Verkauf von vier Flugzeugen zurückzuführen ist. Ebenfalls fiel das Ergebnis im Bereich Mitteleuropa mit 31 Mill. Euro geringer aus als im Vorjahr.“

Tui konzentriert sich immer stärker auf die ertragreichen Geschäftsfelder Touristik und Schifffahrt. Jüngst verkaufte das Unternehmen seine Kesselwagensparte. Der Bereich US-Stahlhandel ist als nächstes dran. Die neue Ausrichtung zahlt sich aus. Denn gerade in den Kernbereichen konnte Tui kräftig zulegen. Durch die Verkäufe sinkt auch die Nettoverschuldung. Laut Finanzvorstand Rainer Feuerkhake fällt sie bis Ende 2005 auf unter zwei Milliarden Euro. Analystin Noß erwartet auch in der Zukunft positive Zahlen von Tui. Entsprechend sieht sie auch für die Aktie noch Spielraum nach oben. Sie stuft den Wert ebenfalls auf „buy“ und sieht das Kursziel bei 25 Euro. Auch andere setzen auf Tui.

Nach Angaben der Finanzagentur Bloomberg empfehlen sieben von acht Analysten derzeit die Aktie zum Kauf. Hintergrund ist nicht zuletzt die Jahres-Prognose des Tui-Vorstands, dass ein „niedriger“ prozentual zweistelliger Anstieg des Touristik-Ergebnisses möglich ist.

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