Rekordjagd
Goldman Sachs erwartet weitere Ölpreis-Rekorde

Der Ölpreis hat seine Rekordjagd wieder aufgenommen und erstmals die Marke von 127 Dollar pro Fass übersprungen. Das Investmenthaus Goldman Sachs hat seine Prognose für Rohöl um ein Drittel auf 141 Dollar erhöht. Einer neuen Studie zufolge werden die Ölpreise in absehbarer Zeit nicht mehr sinken – Experten warnen vor einer Verknappung des Rohstoffes.

dpa/ap NEW YORK. Das Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI verteuerte sich am Freitag auf bis zu 127,42 Dollar und gab dann wieder nach. Händler führten den Preisschub auf die steigende Nachfrage aus China infolge des Erdbebens zurück.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Preisprognose für Rohöl um 32 Prozent angehoben. Beschränkungen auf der Angebotsseite würden den Preis für die Ölsorte WTI im Schnitt auf 141 Dollar je Barrel treiben. Die Preise würden 2009 weiter steigen und durchschnittlich bei 148 Dollar liegen.

„Lieferengpässe und der Mangel an in großer Menge verfügbaren Ersatzstoffen sorgen dafür, dass der Aufwärtsdruck beim Ölpreis langfristig anhalten wird“, schrieben die Analysten. Während beim Nachschub die jährliche Zuwachsrate auf ein Prozent gefallen sei, läge das Weltwirtschaftswachstum bei 3,8 Prozent. Vor dem Hintergrund dieses Ungleichgewichts würde der Ölpreis langfristig anziehen. Die Terminkontrakte pro Barrel WTI mit einmonatiger Laufzeit notierten im laufenden Jahr bislang durchschnittlich bei 104,30 Dollar. Für das dritte Quartal prognostiziert Goldman Sachs einen Anstieg auf 135,30 Dollar, im vierten Quartal werde er 145,60 Dollar erreichen.

Einer weiteren Studie zufolge werden die Ölpreise in absehbarer Zeit nicht mehr sinken, weil die weltweite Ölförderung auf dem Höhepunkt ist oder ihn sogar schon überschritten hat. Wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf eine Studie der Energy Watch Group berichtet, werde die Menge des verfügbaren Rohöls bis zum Jahr 2030 um etwa die Hälfte schrumpfen. Die Experten der Ludwig-Bölkow-Stiftung gehen davon aus, dass der Preisdruck dadurch weiter steigen werde. Allerdings sei die rückläufige Entwicklung der Fördermengen nicht unumkehrbar.

Das Herrscherhaus von Saudi-Arabien lehnt eine weitere Steigerung der Ölförderung des Königreichs derzeit ab. US-Präsident George W. Bush war mit dem Ziel nach Saudi-Arabien gereist, den größten erdölproduzierenden Staat der OPEC zu einer Produktionssteigerung zu bewegen, um den Auftrieb des Rohölpreises zu stoppen. Die US-Regierung hat unterdessen die Belieferung ihrer strategischen Reserven ausgesetzt. Entsprechende Verträge laufen Ende Juni aus und sollen laut US-Energieministerium für die sechs Monate nicht verlängert werden.

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