Rekordsumme für Marshall Wace LLP
Hedge-Fonds gehen an die Börse

Weltbestleistung für Marshall Wace LLP: Der englische Hedge-Fonds erzielt beim größten Börsengang dieser Art ein Rekordergebnis. Mit dem Gang an die Börse bestätigen die Londoner einen Trend unter den Hedge-Fonds. Angelpunkt ist die Mehrländer-Börse Euronext.

(mm/Bloomberg) LONDON. Der Londoner Hedge-Fonds Marshall Wace LLP hat einen neuen Weltrekord aufgestellt. Die Gesellschaft sammelte beim bislang größten Börsengang eines Hedge-Fonds an der europäischen Mehrländer-Börse Euronext insgesamt 1,5 Mrd. Euro ein. Marshall Wace platzierte vor dem Wochenende Aktien von MW Tops Ltd., einem geschlossenen Hedge-Fonds zum Stückpreis von zehn Euro. In den ersten Handelsstunden verzeichneten die Papiere leichte Kursgewinne.

Börsengänge von Hedge-Fonds liegen derzeit im Trend. Marshall Wace folgt dem Beispiel von Goldman Sachs und anderen Anbietern, die in diesem Jahr spekulative Fonds an die Börse brachten. Zuletzt sammelte der britisch-französische Hedge-Fonds Boussard & Gavaudan ebenfalls an der Euronext 440 Mill. Euro ein.

Alternative Investmentfonds, zu denen neben Hedge-Fonds auch Private-Equity-Fonds gehören, haben in Europa in diesem Jahr

bereits Aktien im Wert von mehr als 16 Mrd. Dollar platziert. Das ist mehr als sieben mal so viel wie 2005.

Börsengänge machen Hedge-Fonds auch für das breite Anlegerpublikum verfügbar zugänglich. In der Regel sind die spekulativen Fonds mit Mindestanlagesummen von 500 000 Euro sehr vermögenden Privatinvestoren und Großanlegern vorbehalten. Außerdem ermöglicht es ein Börsenlisting den Investoren, täglich unkompliziert diese alternativen Investments zu kaufen und zu verkaufen. Normalerweise verhindern lange „Lock-Up“-Fristen, dass die Investoren jederzeit ihr Kapital zurückfordern können.

Obwohl die britische Hauptstadt das unangefochtene Zentrum für die Hedge-Fonds-Industrie in Europa ist, fanden die meisten der Platzierungen an der Euronext und nicht an der Londoner Börse statt. Für die Flucht aus London gibt es einen einfachen Grund: Die britische Börsenaufsicht FSA verbietet aus Gründen des Anlegerschutzes die Notierungsaufnahme von Single-Hedgefonds. Diese Fonds konzentrieren sich auf eine einzelne Anlagestrategie. Dagegen investieren Dach-Hedgefonds in verschiedene Anlagestile und streuen damit das Risiko breiter. Der Aufsichtsratschef von Marshall Wace, Andrew Large, nannte die strikten Londoner Regeln vor dem Börsengang anachronistisch und überholt.

Die FSA hat erkannt, dass dem Finanzplatz London durch eine zu strenge Regulierung auf Dauer Schaden drohen könnte. Deshalb hatte sich die Finanzaufsicht vor einigen Monaten zu einer Liberalisierung der Listing-Regeln entschlossen, die im Laufe des kommenden Jahres in Kraft treten sollte. Doch nach Protesten von Anlegerschützern wollen die Finanzaufseher in den kommenden Wochen die Liberalisierung noch einmal überdenken.

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