Aktien
Rezession drückt auf Kurse in Italien

Im zweiten Quartal gehörten italienische Aktien zu den Schlusslichtern in Europa. Ihre Kurse dürften weiter fallen, denn Italien steckt in der zweiten Rezession innerhalb von zwei Jahren und die Unternehmensgewinne sinken.

Bloomberg MAILAND. „Die italienische Börse hat nicht besonders viele Fürsprecher“, sagt Kevin Lilley, Vermögensverwalter bei Royal London Asset Management in London. „Ich bin mit der Qualität der dortigen Unternehmen nicht zufrieden und die konjunkturelle Lage bestätigt meinen Mangel an Vertrauen.“

Seit seinem Dreijahreshoch am 7. April hat der S&P/MIB Index 3,5 Prozent verloren, angeführt von Mediaset, dem von Ministerpräsident Silvio Berlusconi kontrollierten Fernsehsender, und Telecom Italia Mobile, dem größten italienischen Mobilfunkanbieter. Ihre Aktienkurse sind um 14 bzw. zwölf Prozent eingebrochen.

Hinter der Kursschwäche steckt die Konjunkturschwäche des Landes. Nach Schätzungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird das italienische Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 0,6 Prozent schrumpfen. Im ersten Quartal war die Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent gesunken. „Die konjunkturelle Lage ist Besorgnis erregend“, sagt Jerôme Forneris, Fondsmanager bei Banque Martin Maurel. „Italien hat mit vielen Problemen zu kämpfen.“ Zum Beispiel mit rückläufigen Unternehmenszahlen: In den vergangenen Wochen mussten die Anleger des Industriekonzerns Fiat und der Bank Sanpaolo IMI hohe Einbußen hinnehmen, weil beide Konzerne enttäuschende Zahlen vorlegten. Dass die ersten Übernahmen italienischer Banken durch ausländische Institute womöglich scheitern, ist ein weiteres Problem.

Investoren sollten ihre Anteile an italienischen Unternehmen wie Telecom Italia und Unicredito reduzieren, rät Karen Olney, Analystin bei Dresdner Kleinwort Wasserstein in London. „Die Konjunkturdaten sind schwach, und die Aussichten werden auch nicht besser“, erläutert Olney.

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