Rheinmetall: Reise mit unbekanntem Ziel

Rheinmetall
Reise mit unbekanntem Ziel

Rheinmetall befinde sich in einem Übergangsjahr, so Vorstandsvorsitzender Armin Papperger. Doch wohin führt die Reise nach 2014? Die Analysten sind sich uneinig. Eine Investition in den Rüstungskonzern ist riskant.
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DüsseldorfFür seine schnörkellosen Antworten ist der 51-jährige zweifache Familienvater, der so gar nicht zu dem geheimniskrämerischen Schlapphut-Image der Branche passt, mittlerweile bekannt. Und trotz dieses wenig pathetischen Rückblicks wirkt der gebürtige Niederbayer zufrieden mit seinem ersten Jahr an der Spitze des börsennotierten Automobilzuliefer- und Rüstungskonzerns Rheinmetall. Man sei gut vorangekommen, bekräftigt der Wahl-Düsseldorfer. Immerhin 50 Prozent aller Maßnahmen konnten umgesetzt werden, was zur Folge hat, dass das Ergebnis im laufenden Jahr deutlich steigen dürfe.

Rheinmetall will 2014 die ersten Früchte seines Umbaus ernten. Die hohen Restrukturierungsaufwendungen, die rund 86 Millionen Euro schwer waren und einen Abbau von 700 Stellen forderten, sollen sich langsam auszahlen. Zwar geht der Konzern erst ab 2015 von einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent aus, im aktuellen Jahr wird aber schon ein Konzernumsatz von 4,8 bis 4,9 Milliarden Euro erwartet. Zudem soll ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern(EBIT) von 220 bis 240 Millionen Euro herausspringen.

Letztes Jahr war diese Kennzahl um mehr als 60 Prozent auf 112 Millionen Euro eingebrochen, was nicht zuletzt zu einer Dividendenkürzung von 1,80 Euro auf 40 Cent führte. Zuversichtlich stimmt die Anleger hingegen besonders der Rekordauftragsbestand, der zu einem Großteil auf das Konto des Rüstungsgeschäfts geht. Dieses dürfte vom anhaltend hohen Modernisierungsbedarf zahlreicher Streitkräfte und von neuen militärischen Einsatzszenarien profitieren. Aber auch die Automobilsparte, in der Rheinmetall zunehmend vom Trend zur Verbrauchs- und Schadstoffreduktion einen Nutzen zieht, sorgt für Optimismus.

Speziell das China-Geschäft läuft wie geölt. In den vergangenen vier Jahren konnte Rheinmetall seinen Umsatz im Reich der Mitte mehr als verdreifachen. Schon heute ist der Weltkonzern in China mit seinem Partner SAIC der größte Hersteller von Kolben und Zylinderköpfen für PKW. Rheinmetall baut in dem Wachstumsmarkt seine Marktpräsenz weiter aus, es gibt inzwischen elf Vertriebs- bzw. Fertigungsstandorte.

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