Risikokapitalfirma erweitert Spektrum: 3i Group bringt Infrastrukturfonds an die Börse

Risikokapitalfirma erweitert Spektrum
3i Group bringt Infrastrukturfonds an die Börse

Der britische Risikokapital-Anbieter 3i Group wagt einen großen Schritt in das wachsende Geschäft mit Infrastruktur-Investitionen. Die größte börsennotierte Private-Equity-Firma Europas kündigte an, dass sie einen Infrastrukturfonds gegründet hat, den sie im März an die Londoner Börse bringen wird. Der Börengang soll bis zu 1,3 Milliarden Pfund einbringen.

dih LONDON. Der von der Citigroup begleitete Börsengang soll 700 Mill. bis 1,3 Mrd. Pfund (1,3 bis zwei Mrd. Euro) einbringen. Die 3i Group hat bereits mehrere Investitionen in Infrastruktur getätigt, die sie in den auf der Kanalinsel Jersey beheimateten Fonds einbringen wird. Dazu zählen AWG, die Dachgesellschaft des englischen Wasserversorgers Anglian Water mit mehr als vier Millionen Wasser- und knapp sechs Millionen Abwasserkunden, Krankenhäuser in England und Schulen in Schottland. Außerdem hält sie eine Beteiligung an Infrastructure Investments, einem Fonds, der in Projekte investiert, bei denen Privatinvestoren Einrichtungen der öffentlichen Hand finanzieren.

Spielt der Börsengang des neuen Fonds mehr als 700 Mill. Pfund ein, will die 3i Group zusätzlich noch einmal direkt 325 Mill. Pfund in den Fonds einzahlen.

Das Team unter Leitung von Michael Queen, das bisher die Infrastruktur-Investitionen der Gesellschaft betreut hat, wird den Fonds bei seinen Investitionen beraten - an 3i fließen also Management-Gebühren. Queen bezeichnete die Abspaltung des Infrastruktur-Geschäfts als natürlichen nächsten Schritt für 3i.

Infrastrukturfonds sind in den vergangenen Jahren auch in Europa populär geworden. Sie investieren in Verkehrswege, Flughäfen und Häfen, öffentliche Gebäude wie Schulen oder Gefängnisse, aber auch in Netzunternehmen wie Wasserversorger. Ihr Ziel ist es, langfristig verlässliche Renditen zu erwirtschaften, die berechenbare Ausschüttungen an Investoren wie Pensionsfonds ermöglichen. 3i Infrastructure peilt nach eigenen Angaben eine Rendite von zwölf Prozent und eine jährliche Ausschüttung von fünf Prozent an.

Die Deutsche Bank hat jüngst errechnet, dass es in der EU Infrastruktur für fünf Billionen Euro gibt. Investoren wie die Macquarie Bank aus Australien hoffen, dass knappe Staatskassen in den kommenden Jahren eine Welle von Privatisierungen bisher staatlicher Infrastruktur in Gang setzen und dass sich die private Finanzierung öffentlicher Aufgaben auch auf dem Kontinent durchsetzt.

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