Rocket Internet
Aktien der Startup-Schmiede stürzen ab

Nach kaum einem Jahr an der Börse verlieren die Aktionäre die Geduld mit Rocket-Internet. Gestern verlor die Aktie über fünf Prozent und rutschte auf ein Rekordtief. Probleme bereitet der Börsengang der Tochter Westwing.
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Ein neuer Exit ist nicht genug. In der vergangenen Woche noch machte die Meldung die Runde, dass die Rocket Internet-Tochter HelloFresh schon bald Börsenluft schnuppern könnte – vom Oktober war die Rede, die Blaupause aus dem Vorjahr mit den IPOs von Zalando und Rocket Internet selber drängte sich auf.

Doch ein Geldsegen ist dem Markt offenbar nicht genug: Aktionäre von Rocket Internet verlieren nach nicht mal einem Jahr an den Kapitalmärkten zunehmend die Geduld mit dem einst wertvollsten deutschen Internetkonzern, der den Spitzenplatz längst an die Beteiligung Zalando abgeben musste – tiefer und tiefer trudelt die vermeintliche Kursrakete.

Nachdem in der vergangenen Woche noch eine leichte Gegenreaktion beim Kampf gegen die Allzeittiefs zu beobachten war, brachen in den letzten Tagen die Dämme. Um gleich fünf Prozent wurden Anteilsscheine von Rocket gestern in die Tiefe geschickt – und damit in bislang unbekannte Kursterritorien. Nicht mal mehr 30 Euro waren für die Aktien der Berliner Internet-Beteiligungsgesellschaft zeitweise bewilligt – bei 31,00 Euro stoppte der Kursticker im späten Handel am Frankfurter Börsenparkett.

Aktionäre, die im vergangenen Oktober noch Titel von Rocket zum Ausgabekurs von 42,50 Euro ins Depot gebucht bekommen hatten, haben damit nach jeder Lesart herbe Verluste erlitten: 31 Prozent wurden seit dem Börsengang an Wert vernichtet, seit dem Allzeithoch im Februar sind gar binnen eines halben Jahres gar 49 Prozent abhanden gekommen.

Den Kursschub in neue Niederungen ausgelöst hat die Meldung der Nachrichtengentur Reuters, dass sich der noch für dieses Jahr erhoffte Börsengang der Möbel-Tochter Westwing wegen “anhaltend roter Zahlen auf unbestimmte Zeit verschiebt”.

Rocket Internet hält an Westwing, das als potenzieller Milliarden-Börsenkandidat gilt, eine Beteiligung in Höhe von 32 Prozent. Westwing arbeitet weiter defizitär – im ersten Quartal fiel ein operativer Verlust von knapp 19 Millionen Euro an.

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  • Da haben Sie aber viel versäumt.
    Das ist nämlich das beste Müsli, das ich je gegessen habe.

  • Mir gehts do mit Seitenbacher, Seitenbacher Seitenbacher Seitenbacher Seitenbacher Seitenbacher Müsli

    Eines hat diese Firma bei mir erreicht, niemand kauft mit meinem Geld ein Produkt von Seitenbacher.

  • Es wäre bestimmt ein großer Fortschritt für Rocket Internet, wenn sich deren Fernsehwerbung nicht mehr länger ausschließlich an Hirnprothesenträger richten würde, deren Prothese kaputt ist.

    Das Prinzip ist mir schon klar, die potentiellen Kunden bewusst zu nerven, damit die Marke im Gedächtnis kleben bleibt, wie Hundekot am Schuh. Allerdings erzeugen die zumindest bei mir einen derartigen Hass, wenn ich wieder einmal zu langsam mit der Fernbedienung war, dass ich bei Rocket Internet und seinen diversen Ablegern selbst dann nichts kaufen würde, wenn die es 50% billiger als Amazon anbieten.

    Abgesehen ist es hochgradig skandalös, dass der Staat reine Verkaufsplattformen mit Millionen an Steuergeldern fördert! Die Politiker wollen eben dass wir dort anstatt bei Amazon etc. kaufen, weil es für den Staat mehr Steuereinnahmen bedeutet, das ist alles was die Politiker an uns interessiert. Darum auch die massive staatliche Propaganda gegen Amazon. Aber auch dafür sind die Politiker wie üblich zu ungeschickt.

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