Rohstoff-Krise
Glencore-Aktie rauscht auf Rekordtief

Die niedrigen Rohstoffpreise machen Glencore zu schaffen. Am Montag verlor die Aktie des weltgrößten Rohstoffkonzerns fast ein Drittel ihres Werts. Und Experten warnen vor weiteren Verlusten.

Die Aktie des Rohstoffriesen Glencore hat am Montag bis zu 28 Prozent nachgegeben und ist damit auf ein neues Rekordtief abgestürzt. Damit summiert sich das Minus der vergangenen 12 Monaten auf etwa 71 Prozent. Der Londoner Auswahlindex FTSE büßte im gleichen Zeitraum nur rund acht Prozent ein.

Die hohe Verschuldung könnte zu einem existenzbedrohenden Problem werden, wenn sich die Rohstoffpreise nicht erholten und der Konzern nicht umfassend umgebaut werde, warnten die Analysten von Investec in einem Kommentar. Der weltgrößte Rohstoffhändler sitzt auf Verbindlichkeiten im Volumen von etwa 30 Milliarden Dollar.
„Das schwierige Umfeld für Bergbauunternehmen lässt uns fragen, wieviel Wert für die Aktienbesitzer noch übrig bleibt, wenn sich die Rohstoffpreise nicht verbessern”, kommentierte Investec am Montag. Ohne eine Erholung der Notierungen der wichtigsten Rohstoffe und ohne bedeutende Umstrukturierungen würde sich fast der gesamte Eigenkapitalwert von Glencore verflüchtigen, so die Bank.

Glencore hat in der vergangenen Woche 23 Prozent und seit Jahresbeginn 72 Prozent verloren, womit die Aktie diejenige mit der schlechtesten Entwicklung im britischen FTSE 100 Index ist. Die schwache Konjunktur in China hat die Metallpreise gedrückt; Glencore legte daraufhin ein Schuldensenkungsprogramm im Umfang von zehn Mrd. Dollar auf, begab neue Aktien und strich die Dividende zusammen. „Im aktuellen Umfeld wird die Verschuldung ganz schnell zum wichtigsten Faktor für das Management eines Bergbauunternehmens”, so Investec.

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