Rohstoffe
Britische Firma findet große Ölfelder in Afrika

In nur zwei Tagen hat eine britische Ölfirma gleich zwei Ölfelder in Afrika gefunden. Die Aktie des Unternehmens schoss daraufhin in die Höhe. Die Größe der Vorkommen ist nach Ansicht von Experten bedeutend. Weitere Ölkonzerne könnten folgen und in die Förderung des afrikanischen Öls einsteigen.

LONDON/FRANKFURT. Die britische Ölfirma Tullow Oil hat zwei Ölfelder in Afrika entdeckt - gestern eines vor Küste von Sierra Leone, heute ein weiteres in Uganda. Die an der Börse in London notierte Aktie schoss in die Höhe. Die Papiere markierten mit einem Plus von bis zu fünf Prozent auf 1245 Pence ein neues Rekordhoch. Binnen zwei Tagen hat die Aktie damit knapp 15 Prozent zugelegt, so viel wie kein andere im britischen Leitindex in diesem Zeitraum.

"In den vergangenen 24 Stunden hat Tullow Oil zwei wichtige Ölfunde bekannt gegeben", schrieben die Analysten des Brokerhauses Panmure Gordon. Damit könnten sich die Aussichten für das Unternehmen verändern. Tullow sei einer ihrer Favoriten des Sektors.

Die UBS hat das Kursziel für Tullow Oil von 1 180 auf 1 330 Pence angehoben und empfiehlt die Aktie zum Kauf. In naher Zukunft seien weitere bedeutende Entdeckungen wahrscheinlich, schrieb Analyst Rohit Agarwal in einer Studie vom Donnerstag. Sie könnten den Wert des Unternehmens deutlich erhöhen.

Die Größe dieses Reservoirs vor Westafrika werde zwar nur auf 250 Millionen Barrel geschätzt, betonte Analyst Peter Hitchens von Panmur Gordon. Es könnte aber ein Hinweis darauf sein, dass in dem von Tullow erkundeten Gebiet Rohöl-Reserven von insgesamt mehreren Milliarden Barrel schlummerten. Tullow hält an dem Bohrloch zehn Prozent der Anteile, Anadarko Petroleum 40 Prozent und Woodside Petroleum sowie Repsol jeweils 25 Prozent.

Die Rechte an dem Ölfeld in Uganda gehören Tullow allein. Nach Angaben der Firma könnte es sich um den größten Ölfund in der Region handeln. Das sogenannte Ngassa-Feld soll bis zu 600 Millionen Barrel enthalten, sagt Angus McCoss von Tullow Oil.

Tullow Oil ist seit Jahren in Afrika auf der Suche nach Öl. Die Erforschungsrechte sicherte man sich zu günstigen Preisen. In Uganda und vor Westafrika wurde die Firma schon früher fündig, allerdings hatten die Funde nicht dieses Ausmaß wie diesmal.

Nun dürften größere Ölkonzerne in die Erschließung der Ölfelder einsteigen. „Einige der Großen haben schon an unsere Tür geklopft und uns Vorschläge präsentiert; ebenso einige nationale Gesellschaften“, sagt McCoss. Den weltweiten Öldurst werden die neuen Vorkommen aber kaum stillen können. Allein die USA verbrauchen täglich rund 20 Mio. Barrel.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%