Rohstoffrally intakt
Wall Street droht Korrektur

An der Wall Street steigt die Gefahr einer Korrektur der großen Aktienindizes. Sie wird in abgeschwächter Form auch europäische Titel mit sich ziehen. Das ergab eine Umfrage des Handelsblatts unter führenden technischen Analysten der USA.

DÜSSELDORF. Dagegen bleibe die Rally in Japan und der Auftrieb der Rohstoffmärkte intakt. Der Markt sei damit gespalten.

"An den US-Märkten sind unter der Oberfläche zunehmend Gewinnmitnahmen zu beobachten", warnt Louise Yamada, die vier mal in Folge vom Magazin "Institutional Investor" zur besten technischen Analystin gekürt wurde. "Wir gewichten derzeit die US-Aktien unter", sagt Tim Hayes von angesehenen Ned Davis Research Institut. "Der Bulle altert", ist auch Ralph Acampora von der Knight Capital Group überzeugt. Doch trotz steigender Zinsen habe die Rally im Augenblick noch Schwung. Er ist ebenfalls auf der Bestenliste von "Institutional Investor".

Etwas optimistischer als ihre Kollegen ist Mary-Ann Bartels von der Investmentbank Merrill Lynch. "Wir haben schon seit Anfang des Jahres die Situation, dass US-Aktien zu stark gekauft worden sind und eine Korrektur fällig ist. Doch jeden Rückschlag nutzen Anleger für weitere Käufe. Das kann noch bis Herbst so weitergehen."

Technische Analysten beobachten Richtungsschwankungen und Handelsvolumina der Märkte. Auch die Stimmung der Anleger spielt eine wichtige Rolle. In den USA können sie dabei auf ein umfangreiches Datenmaterial zurückgreifen, das bis in das 19. Jahrhunderts zurückreicht. Yamada vergleicht die derzeitigen Phase mit der Periode von 1932 bis 1936. Nach dem Börsencrash von 1929 habe es eine so genannte "Reparaturphase" gegeben, in der die großen Werte zur Erholung ansetzten, aber viele Jahre brauchten, bis sie dauerhaft die früheren Rekordhochs übersprangen. Kleinere Werte dagegen waren die großen Gewinner.

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