Rückzug bei Mitsubishi dürfte Bonds aber stabilisieren
Kaum noch Potenzial für Daimler-Chrysler

Die überraschende Ankündigung von Daimler-Chrysler, die finanziell angeschlagene Tochter Mitsubishi Motors ihrem Schicksal zu überlassen, hat bereits gestern am Anleihemarkt keine Rolle mehr gespielt. Am Freitag waren die Kurse der Daimler-Bonds dagegen gestiegen und die Renditen entsprechend gefallen.

cü FRANKFURT/M. „Generell ist die Entscheidung von Daimler-Chrysler positiv. Großes Potenzial für die Bonds gibt es aber nicht mehr“, sagt Bernhard Jeggle von der Landesbank Baden- Württemberg. Auch die DZ Bank hält die Anleihen für fair bewertet. „Der Rückzug von Mitsubishi dürfte die Bonds von Daimler-Chrysler aber stabilisieren“, sagt Jeggle. „Mitsubishi hätte sich für Daimler-Chrysler leicht als ein Fass ohne Boden erweisen können, von daher gab es eine latente Gefahr für die Ratings und die Entwicklung der Bonds.“ Auch Vivek Tawadey von BNP Paribas hält es für gut, dass Daimler-Chrysler schlechtem Geld kein gutes hinterherwerfe. Auf der anderen Seite werde Daimler-Chrysler rund eine Milliarde Euro auf die Beteiligung von Mitsubishi abschreiben müssen, wenn der Mitsubishi-Aktienkurs weiter falle. Dies sei aber deutlich weniger, als wenn sich Daimler an Mitsubishis Kapitalerhöhung beteiligt hätte.

Die Ratingagenturen Standard & Poor’s (S&P) und Fitch bestätigten ihre Einstufungen „BBB“ beziehungsweise „BBB+“ (mittlere Bonität) für die Bonds von Daimler-Chrysler. Die Unsicherheit über finanzielle Belastungen sei zwar gewichen, doch gleichzeitig werde fraglich, ob der Autokonzern noch wie geplant Kosten dadurch sparen könne, dass gemeinsame Plattformen mit Mitsubishi genutzt würden, betont S&P. Fitch hebt positiv hervor, dass mögliche Abschreibungen auf Mitsubishi die Liquidität von Daimler-Chrysler nicht beeinträchtigten. Das Mitsubishi-Rating stufte S&P dagegen um zwei Stufen auf „CCC-“ und damit auf das Niveau von Pleitekandidaten herab. Die Bonds des japanischen Autobauers fielen daraufhin auf bis zu 16 %. Mitsubshi hat allerdings nur fünf Anleihen ausstehen, die alle auf Yen lauten.

Die in knapp zwei Jahren fällige Anleihe von Daimler-Chrysler rentiert mit 3,16 % (s. Grafik und Tabelle). Ähnliche Bonds von Ford und General Motors bieten rund einen halben Prozentpunkt mehr Rendite, gelten auf Grund der höheren Verschuldung der Konzerne trotz ähnlicher Ratings aber auch als riskanter. Generell raten Experten Privatanlegern zu Anleihen mit kurzen Laufzeiten. Denn nach der erwarteten Zinswende dürften die auch die Renditen von Unternehmensbonds steigen; deshalb ist es ratsam Kapital nicht lange zu binden.

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