Rüstungsindustrie im Aufschwung
Lockheed macht Druck

Dass Präsident Bush in seiner jüngsten Rede zur Lage der Nation den US-Führungsanspruch in der Welt bekräftigt hat, nimmt der Markt offenbar als gutes Zeichen für die Rüstungsindustrie.

HOUSTON. Am Tag nach Bushs Rede erreichte Branchenschwergewicht Lockheed Martin prompt ein neues Dreijahreshoch bei knapp 64 Dollar. Damit hat der Kurs des US-Rüstungskonzerns in einem Jahr etwa 20 Prozent zugelegt; zwölf von 22 Analysten raten zum Kauf der Aktie.

Die Quartalsbilanz, die das Unternehmen Ende Januar vorlegte, fiel viel versprechend aus: ein Einnahmeplus von mehr als 50 Prozent sowie eine erhöhte Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Zwar zeigten sich die Experten etwas enttäuscht über den stagnierenden Umsatz, der sich nur um drei Prozent auf rund zehn Mrd. Dollar erhöhte. „Aber das Unternehmen verdient Respekt dafür, dass es gleichzeitig die Margen so stark erhöhen konnte“, sagt Robert Springarn von CSFB.

Auch Lockheeds Konkurrenten Northrop Grumman und General Dynamics hatten die Erwartungen der Wall Street mit ihren Bilanzen übererfüllt. „Lockheeds Kurs-Gewinn-Verhältnis wird noch eine ganze Zeit über dem historischen Mittelwert liegen, solange der Konflikt im Irak andauert“, sagt Analyst George Shapiro von Citigroup.

Die Branche profitiert insbesondere von den erhöhten Ausgaben des US-Verteidigungsministeriums. Allerdings bemüht sich das Pentagon inzwischen, seine Kosten in den kommenden Quartalen zusammenzustreichen – und die lukrativsten Aufträge für Lockheed könnten am ehesten unter die Räder kommen. Darunter ist etwa das Multimilliarden-Projekt des neuen Kampfflugzeugs F-35. Die angedachte Bestellung eines Spionagefliegers hat die Armee bereits von der Wunschliste gestrichen.

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