RWE-Aktie gewinnt: Kommunale Aktionäre wollen keine Option auf Kapitalerhöhung

RWE-Aktie gewinnt
Kommunale Aktionäre wollen keine Option auf Kapitalerhöhung

Die kommunalen Anteilseigner verwehren RWE die Option, noch in diesem Jahr neue Anteile auszugeben. Die Aktie des Energieriesen steigt um 0,2 Prozent auf 27,91 Euro, ein ordentliches Plus seit Jahresbeginn.
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Die kommunalen Versorger, die an der RWE AG beteiligt sind, wollen verhindern, dass Deutschlands zweitgrößter Stromproduzent in diesem Jahr sein Kapital erhöht. Das erklärte Guntram Pehlke, der Chef der Dortmunder Stadtwerke AG, im Interview mit Bloomberg News.

Alle kommunalen Aktionäre seien sich einig, dass sie gegen einen Vorratsbeschluss stimmen werden, der RWE eine Kapitalerhöhung 2014 ermöglichen würde, sagte Pehlke, dessen Unternehmen mit 3,7 Prozent an RWE beteiligt ist.

Damit stehen sich die Stadtwerke und RWE-Chef Peter Terium in dieser Frage gegenüber. Terium hatte eine Lösung der Frage bei der Jahreshauptversammlung versprochen. RWE-Sprecher Martin Pack wollte dazu nicht weiter Stellung beziehen.

„Wir haben großes Verständnis für einen Vorratsbeschluss zur Kapitalerhöhung, aber nicht in 2014”, sagte Pehlke. „Auf der Hauptversammlung 2014 würde ein Vorratsbeschluss abgelehnt werden. Das ist einhellige Meinung der kommunalen Aktionäre.”

Terium ist damit in seinem Handlungsspielraum beim Versuch, den Versorger wieder auf eine Gewinnerstraße zu führen, eingeschränkt. RWE und der größere Konkurrent EON werden aufgrund der sinkenden Strompreise belastet und müssen Abschreibungen vornehmen, Anlagen stilllegen – und schütten an Investoren weniger aus.

In einem Jahr, in dem die Dividendenausschüttung bereits halbiert worden sei, sei es nicht akzeptabel, einen Vorratsbeschluss für eine Kapitalerhöhung durch das Management zu genehmigen, sagte Pehlke. Die geringere Ausschüttung habe das Ziel gehabt, eine Kapitalerhöhung zu verhindern.

Zu den kommunalen Investoren von RWE zählt auch die RW Energie-Beteiligungsgesellschaft (RWEB), der größte Anteilseigner mit 16 Prozent der Aktien. Hinzu kommen weitere Kommunalverwaltungen und kommunale Versorger. Insgesamt haben die kommunalen Investoren damit eine blockierende Minderheitsbeteiligung.

Ein mögliches Recht zur Kapitalerhöhung müsste zudem vom Aufsichtsrat genehmigt werden, in dem die kommunalen Investoren ebenfalls vertreten sind.

Gegenüber dem Deutschlandfunk hatte Terium vergangene Woche erklärt, dass er sich bei der diesjährigen Hauptversammlung um die Genehmigung der Option einer Kapitalerhöhung als eine Art Absicherung bemühen werde.

Titel von RWE gewannen am Mittwoch in Frankfurt 0,2 Prozent auf 27,91 Euro und haben damit in diesem Jahr insgesamt knapp fünf Prozent zugelegt.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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