Satellitenbetreiber wächst mit schnellem Internet
Eutelsat strebt noch 2005 an die Börse

Der weltweit drittgrößte Satellitenbetreiber, Eutelsat, will noch in diesem Jahr an die Börse gehen. Man habe bereits entsprechende Unterlagen bei der Börsenaufsicht in Paris eingereicht, teilte das Unternehmen in Paris mit.

HB DÜSSELDORF.Eutelsat wurde vor vier Jahren privatisiert und wird von den Investoren Eurazeo, Spectrum, Texas Pacific Group, Cinven und Goldman Sachs kontrolliert. Bereits in den vergangenen Monaten hatte es Hinweise geben, dass die Investoren Eutelsat schnell an die Börse bringen wollen.

Der konkurrierende Luxemburger Satellitenkonzern SES verfolgt den IPO von Eutelsat mit Argusaugen. Denn der weltweite Satellitenmarkt steht vor großen Umbrüchen, und die Konkurrenz für SES wächst.

Erst vor wenigen Tagen kündigte Satellitenbetreiber Intelsat, im Besitz der Private-Equity-Gesellschaften Kohlberg Kravis Roberts (KKR), Carlyle und Providence, den Kauf des Konkurrenten Panamsat für 2,6 Mrd. Euro in bar an. Damit steigt Intelsat zum größten Unternehmen der Branche auf. Vor allem in Nordamerika steigt durch diese Fusion der Konkurrenzdruck auf SES.

Überraschend hat gestern der Mischkonzern General Electric (GE) seinen Anteil an SES gesenkt. Die Amerikaner, denen auch der Medienkonzern NBC Universal gehört, verkauften 33 Mill. Aktie für rund 460 Mill. Euro. Gründe für den Verkauf wurden nicht genannt. GE hält nun noch 20,1 Prozent der Stimmrechte. Nach einer Kursrallye in den zurückliegenden zwei Jahren gab die SES-Aktie gestern 3,5 Prozent auf 13,60 Euro nach.

Eutelsat wurde 1977 gegründet und besitzt 23 Satelliten. Zwei weitere sollen demnächst an den Start gehen. Zum Vergleich: SES Global, Nummer zwei der Branche, besitzt 38. Sieben weitere SES-Satelliten sind noch im Bau. Eutelsat sieht sich für einen Börsengang gut aufgestellt. Der französische Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2004/2005, das am 30. Juni endete, bei 750 Mill. Euro Umsatz einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 587 Mill. Euro. Dabei kamen zwei Drittel der Erlöse aus dem Geschäft mit Fernseh- und Radiosendern. Die höchsten Wachstumsraten wurde zuletzt insbesondere mit schnellen Internetverbindungen erzielt.

Eutelsat erwartet durch das kommende hochauflösende Fernsehen (HDTV) zusätzliche Nachfrage. „Mit unserer starken Marktposition werden wir in der Lage sein, Wachstumsmöglichkeiten wie HDTV und schnelles Internet mit Rückkanal zu nutzen und von der hohen Nachfrage in den Emerging Markets zu profitieren“, sagte Vorstandschef Guiliano Berretta. Auch die Konkurrenten Intelsat und SES setzen auf einen steigenden Bedarf an Übertragungskapazität. „HDTV wird der wichtigste Treiber für den Übergang vom analogen zum digitalen Fernsehen“, sagt Ferdinand Kayser, Europachef von SES.

Die positive Einschätzung wird durch die Euphorie der Fernsehkonzerne und Gerätehersteller verstärkt. Auf der jüngsten Internationalen Funkausstellung in Berlin stand HDTV im Mittelpunkt des Interesses. Die Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 und der Bezahlsender Premiere werden bereits im Herbst einen Teil ihrer TV-Programme in hochauflösender Qualität ausstrahlen.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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