Schlechte Aussichten
Skeptiker prägen die US-Börse

Wer nicht gerade in das neue Internetwunder Google investiert hat, ist 2005 mit US-Aktien schlechter als mit deutschen, europäischen oder gar japanischen Titeln gefahren. Und daran dürfte sich im neuen Jahr wenig ändern, meinen Experten wie Richard Bernstein, US-Chefstratege der Investmentbank Merrill Lynch, und Abhijit Chakrabortti, Experte für globale Aktienmärkte bei der US-Großbank JP Morgan.

NEW YORK. Im abgelaufenen Jahr legte der US-Aktienindex S&P 500 gerade mal um drei Prozent zu. Der Leitindex Dow Jones beschloss das Jahr sogar mit leichten Verlusten. Der Deutsche Aktienindex (Dax) kletterte dagegen 2005 um fast 30 Prozent, und der japanische Nikkei-Index sogar um 40 Prozent.

Für das neue Jahr dämpft Anlagestratege Bernstein von Merrill Lynch die Erwartungen: "Der US-Markt dürfte Erträge im einstelligen Bereich abwerfen", sagt er. JP-Morgan-Experte Chakrabortti rät Anlegern, ihr Geld eher in Japan anzulegen. Denn in Fernost erholt sich die Wirtschaft erstmals nach einem Jahrzehnt Rezession.

Zwar legten US-Aktien in den ersten Tagen des Jahres zu - beflügelt von Andeutungen der US-Notenbank, ihre Zinserhöhungen bald zu beenden. Dennoch bleibt die Stimmung unter den meisten Wall-Street-Strategen gedämpft.

"Angesichts der hohen Bewertung wird die Luft in den USA nach oben dünn", sagt Thomas McManus, Chefstratege der Bank of America. Die Aktien im S&P 500 kosten derzeit durchschnittlich das 17-fache des Unternehmensgewinns von 2005 und sind damit teurer als der langfristige Mittelwert von 15,2. "Die Kurse dürften empfindlich auf Enttäuschungen reagieren, falls das US-Wirtschaftswachstum nachlässt", sagt McManus. Hinzu kommt die Sorge, dass der jahrelange Immobilienboom endet.

Optimistischer als viele Kollegen äußert sich Tobias Levkovich, US-Chefstratege der weltgrößten Bank Citigroup. "Der Grundkonsens an den Finanzmärkten ist zu negativ", sagt Levkovich. Im Vergleich zur mageren Rendite von Anleihen erschienen US-Aktien jedoch immer noch attraktiv - trotz relativ hoher Bewertung. Er prognostiziert für den S&P 500 bis Ende 2006 einen Stand von 1 400 Punkten.

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