Schlechten IPO-Bedingungen zum Trotz
Pages Jaunes verrät Details zum geplanten Börsengang

Es könnte der größte Börsengang seit zwei Jahren in Frankreich werden - trotz des schwierigen Marktumfeldes. Die Gelbe-Seiten-Tochter der France Telecom hält an ihrem IPO fest und hat am Dienstag erste Details bekannt gegeben. Marktbeobachtern zufolge kommt der Börsengang allerdings zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

HB PARIS. Die Erstnotiz für Pages Jaunes ist demnach für den 8. Juli vorgesehen. Die Bookbuilding-Spanne liegt für Kleinaktionäre bei 12,90 Euro bis 14,90 Euro, das Angebot für Institutionelle Anleger beträgt 13,20 Euro bis 15,20 Euro. Pages Jaunes wird damit insgesamt mit 3,6 Mrd bis 4,2 Mrd Euro bewertet. France Telecom selbst hat den Wert der Sparte ursprünglich auf 3,95 Mrd Euro taxiert.

Das IPO wird so 1 Mrd. bis 1,8 Mrd Euro in die Kassen von France Telecom spülen. Dies liegt am unteren Ende der früheren Erwartungen des französischen Telekomkonzerns. Ein Analyst nannte die Preisspanne "realistisch" und schätzt, dass ein Kursanstieg von 10% nach dem IPO möglich sei. France Telecom wil ein Minimum von 30% von Pages Jaunes an die Börse bringen. Dieser Anteil könnte sich jedoch auf 43% erhöhen. Die Sparte der France Telecom kontrolliert 93% des französischen Marktes für Telefonbuchdienstleistungen und erzielte auf Pro-forma-Basis 2003 einen Umsatz von 917 Mill. Euro und einen Nettogewinn von 183 Mill. Euro.

Börsengang zu ungünstigem Zeitpunkt

Dem Analysten zufolge verzeichnet Pages Jaunes gute Margen und hat wegen ihrer Online-Aktivitäten solide Wachstumsaussichten, gehört jedoch nicht zu den Gesellschaften mit dem stärksten Wachstum. Dabei könnte das Unternehmen durchaus zu einem Übernahmekandidaten werden, schätzt er. France Telecom will mindestens 51% an Pages Jaunes behalten, große Akquisitionen sind nach Unternehmensangaben in diesem Bereich nicht geplant.

France Telekom hatte den Börsengang im Februar als Teil ihrer Restrukturierungsmaßnahmen bei Wanadoo angekündigt. Der Telekomkonzern hatte damals erklärt, seine Internettochter Wanadoo wieder vollständig zu übernehmen und die Minderheitsaktionäre abzufinden. Das Geschäft von Pages Jaunes wird bislang in der Bilanz von Wanadoo konsolidiert.

Der Börsengang kommt Marktbeobachtern zufolge zu einem recht ungünstigen Zeitpunkt. Der Euroopäische Aktienmarkt hat bislang nur mäßig begeistert auf die jüngsten Börsengänge reagiert. So verzeichnete der Flugzeugmotorenhersteller Snecma bei seinem Börsendebüt am vergangenen Freitag in Paris lediglich ein Kursplus von 0,6%. Der Börsengang der Deutschen Postbank musste sogar um ein paar Tage verschoben und die Preisspanne wegen mangelnder Nachfrage gesenkt werden.

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