Schlechtes Kapitalmarktklima
Börsengang von Schott Solar wird zur Hängepartie

Der geplante Börsengang der Solarfirma Schott Solar ist weiter in der Schwebe. Das Mainzer Unternehmen verlängert die Zeichnungsfrist für den Schritt an die Börse um eine Woche. Die Finanzkrise macht Schott Solar zu schaffen.

HB MAINZ. Die Erstnotiz soll nun am 9. Oktober sein, wie Schott Solar gestern bekanntgab. Als Grund führte die Firma die neuesten Entwicklungen an den internationalen Kapitalmärkten an, insbesondere die Ablehnung des Rettungsplans für die US-Finanzbranche.

Investoren können die Aktien nun bis zum 8. Oktober zeichnen. Die Gesellschaft und die betreuenden Banken behalten sich jedoch vor, den Angebotszeitraum zu verkürzen. Einem Unternehmenssprecher zufolge war nicht eine bisher zu geringe Nachfrage nach den Aktien ursächlich für die Verschiebung, das Feedback sei gut. "Die Investoren haben aber in dem derzeit stark bewegten Marktumfeld kaum Zeit, sich um neue Emittenten zu kümmern, sie haben alle Hände voll zu tun, ihre bestehenden Fonds und andere Werte zu beobachten", sagte der Sprecher. Mit der Verlängerung der Frist wolle Schott Solar dem Rechnung tragen.

Eine Reduzierung der Zeichnungsspanne sei nicht vorgesehen. "Wir wollen uns nicht zu jedem Preis an die Börse begeben", betonte der Sprecher. Es gebe für Schott Solar keine Zeitnot. Die Finanzierung der weiteren Ausbaupläne sei durch die Schott AG gesichert. Mit dem Erlös aus dem Börsengang soll die Tochter dem Mutterkonzern jedoch unter anderem ein Darlehn in Höhe von 160 Millionen Euro zurückzahlen.

Mit der neuerlichen Verschiebung verzögert sich der Plan der Mainzer abermals. Ursprünglich sollte die Solartochter am 19. September an die Börse gehen, die Verschärfung der Finanzkrise machte dem Unternehmen aber einen Strich durch die Rechnung. Erst zögerten Management und Banken so lange wie möglich, dann verschoben sie die Bekanntgabe der Preisspanne auf unbestimmte Zeit. Das nächste Lebenszeichen kam am Montag. Für 14,50 bis 19,50 Euro bot das Unternehmen die Aktien an, die Altaktionäre verringerten ihren abzugebenden Anteil. Erstnotiz sollte an diesem Donnerstag sein.

Im außerbörslichen Handel, einem Indikator für die Nachfrage nach Aktien kurz vor dem Börsengang, standen die Solartitel am Mittwochmorgen gut da: Beim Handelshaus Lang & Schwarz wurden die Titel im oberen Bereich ihrer Zeichnungsspanne, bei 16,75 zu 18,75 Euro taxiert.

Der Börsengang hat ein Volumen von bis zu 657 Millionen Euro, womit Schott Solar der bisher größte Börsengang des Jahres wäre. Übertroffen werden könnte die Emission vom Teilbörsengang der Deutschen Bahn, der rund 4,5 Milliarden Euro einbringen könnte. Schott Solar selbst erhofft aus dem Börsengang einen Bruttoerlös von bis zu 546 Millionen Euro. Mit dem Geld will das Unternehmen den Ausbau der Produktion im In- und Ausland vorantreiben. Schott Solar fertigt Komponenten für Solarkraftwerke sowie Photovoltaikprodukte wie Wafer, Solarzellen und-module.

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