„Schneller als gedacht“
Hapag Lloyd steuert auf Börsengang zu

Hapag-Lloyd will wieder an die Börse – und das wohl „schneller als gedacht“. Ein Insider sieht die Mandatierung einer Investmentbank als sicheres Indiz für den Gang. An die Börse soll zunächst ein Minderheitsanteil.
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Frankfurt/HamburgDeutschlands größte Containerreederei Hapag-Lloyd nimmt offenbar doch schon in diesem Jahr einen neuen Anlauf an die Börse. Das Unternehmen habe die Deutsche Bank, Goldman Sachs und die Hamburger Privatbank Berenberg beauftragt, den Börsengang vorzubereiten, sagten drei mit den Plänen vertraute Personen am Mittwoch. „Es deutet darauf hin, dass es schneller gehen könnte als gedacht“, sagte einer der Insider. Weder Hapag-Lloyd noch die Banken wollten sich dazu äußern.

Investmentbanken werden in der Regel etwa ein halbes Jahr vor einer geplanten Erstnotiz mandatiert, so dass Hapag-Lloyd den Sprung aufs Parkett im November oder Dezember wagen könnte. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur „Dow Jones“ will Hapag-Lloyd im Herbst zunächst einen Minderheitsanteil an die Frankfurter Börse bringen. Der Schifffahrtskonzern könnte dabei insgesamt mit mehr als fünf Milliarden Euro bewertet werden.

Zahlreiche deutsche Unternehmen ziehen derzeit ihre Börsenpläne vor, um den Rückenwind von den Märkten zu nutzen und den Appetit der Anleger zu befriedigen. So wird der Börsengang der Bayer -Kunststoffsparte Covestro ebenfalls noch in diesem Jahr erwartet statt 2016.

Hapag-Lloyd hat schon mehrfach einen Börsengang ins Auge gefasst, zuletzt im Frühjahr 2011. Damals hatten die Turbulenzen an den Börsen nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima die Pläne durchkreuzt. Danach war das Unternehmen von der weltweiten Schifffahrtskrise erfasst worden.

Ende 2014 hatte Hapag-Lloyd mit der Containersparte des börsennotierten chilenischen Rivalen CSAV fusioniert, der seither mit einem guten Drittel an Hapag-Lloyd beteiligt ist. Der Fahrplan sah einen Börsengang binnen eines Jahres vor, Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen hatte ihn zuletzt aber eher für das kommende Jahr in Aussicht gestellt.

Zur Voraussetzung machte er dabei drei bis fünf gute Quartale vom Zusammenschlusses mit CSAV an gerechnet. Offenbar hat das gute Auftaktquartal das Management nun dazu ermutigt, den Schritt bereits im Herbst zu gehen.

Zweitgrößter Eigner der Hamburger Großreederei mit etwa 200 Schiffen und einem Jahresumsatz von rund neun Milliarden Euro ist die Stadt Hamburg mit gut 23 Prozent, gefolgt von dem Unternehmer Klaus-Michael Kühne mit knapp 21 Prozent. Der Reisekonzern TUI hält knapp 14 Prozent und will sich im Zuge eines Börsengangs davon trennen. Weitere kleinere Pakete liegen bei Hamburger Banken und Versicherungen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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