Schon zweite Neuausrichtung in den vergangenen zehn Jahren
Aktienkurs von MG Technologies hängt an der Chemie

Analysten warten den Verkauf der Chemietöchter der ehemaligen Metallgesellschaft ab.

FRANKFURT/M. Neue Besen kehren eigentlich gut: Udo Stark ist erst seit wenigen Monaten Vorstandschef bei MG Technologies und schon hat er angekündigt, dass er im kommenden Jahr die Chemietochter Dynamit Nobel für gut zwei Mrd. Euro verkaufen will. Dann will sich das Unternehmen nur noch auf den Maschinen- und Anlagenbau konzentrieren.

Viele Analysten begrüßen den Schritt zwar. Doch die Rating-Agenturen, die die Kreditwürdigkeit von Unternehmen bewerten, konnte der neue Besen nicht überzeugen: Die Ratingagentur Moody’s hat am Donnerstag ihre langfristige Einstufung von MG Technologies auf Junk-Bond-Niveau gesenkt. Auch die Konkurrenzagentur Fitch hat den Ausblick für das MG Rating wegen des angekündigten Verkaufs von Dynamit Nobel auf „negativ“ gesetzt. Der Verkauf mache MG abhängiger vom schwachen Großanlagenbau, hieß es zur Begründung. Grundsätzlich bewertete Moody’s die geplante MG-Neuausrichtung aber positiv und stellte den erwarteten Finanzierungsspielraum sowie Kosteneinsparungen heraus.

Für die ehemalige Frankfurter Metallgesellschaft ist das nun schon die zweite Neuausrichtung in den vergangenen zehn Jahren. Zuletzt hatte sich MG unter Starks Vorgänger Kajo Neukirchen vom Metallhändler zu einem Maschinenbau- und Chemiekonzern gewandelt.

Analysten und Marktteilnehmer, die die jüngste Strategieänderung begrüßen, argumentieren, dass sich das Unternehmen durch den klaren Fokus auf den Anlagenbau leichter steuern lasse. Mit dem Verkauf der beiden Chemieunternehmen Dynamit Nobel und der schon länger angebotenen Solvadis komme Geld in die Kasse für mögliche Zukäufe beim Maschinenbau. Außerdem gehe MG seine Verschuldung an, lobte Analyst Robert Czerwensky von der Vereins- und Westbank. Die Schweizer Bank UBS bestätigte ihre Kaufempfehlung für MG. Die Analysten vom Bankhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt stuften MG auf „add“ von zuvor „reduce“ und erhöhten das Kursziel auf 11,50 Euro. Von 22 Analysten empfehlen nach Angaben der Agentur Bloomberg 13, die Aktie zu kaufen. Fünf raten zum Verkauf und vier sind dem Titel gegenüber neutral eingestellt.

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