Schwache Nachfrage belastet
Computer-Aktien mutieren von Börsenstars zu Sorgenkindern

Die Papiere – noch vor zwei Jahren Garant für immenses Wachstum – sind aus meherern Gründen inzwischen zum Spekulationsobjekt verkommen. Nur Medion genießt bei den Analysten einen guten Ruf.

FRANKFURT/M. IPC Archtec spielt auf dem Markt für preiswerte Computer schon lange keine Rolle mehr, 4 MBO musste in der vergangenen Woche Insolvenz anmelden und Gericom folgte mit einem bis dato nicht für möglich gehaltenen Umsatz- und Ergebniseinbruch. Nur Medion genießt im Moment als einziger börsengelisteter deutscher Computer-Händler noch einen guten Ruf. Im vierten Quartal 2003 soll das Essener Unternehmen seinen Absatz zum Vergleichszeitraum des Vorjahres nach Schätzungen der Marktforschungsagentur Gartner immerhin noch um ein Prozent auf 477 000 verkaufte PCs gesteigert haben.

Die Aktien von Computer-Anbietern – noch vor zwei Jahren Garant für immenses Wachstum – sind mit Ausnahme von Medion inzwischen zum Spekulationsobjekt verkommen. Grund dafür ist das extrem schwache Weihnachtsgeschäft, bei dem viele PCs und Notebooks in den Lagern liegen blieben. Hinzu kommen der massive Druck auf der Preisseite sowie der starke Euro. „Der Sättigungseffekt ist hoch und einen Hype wie im Jahr 2000 wird es so schnell nicht mehr geben“, sagt Ingmar Lehman von der SEB.

Gerade bei Gericom – einst als schärfster Verfolger des Marktführers Medion betrachtet – ist nach Analystenmeinung in diesem Jahr keine durchgreifende Verbesserung zu erwarten. Zwar soll nach dem Umsatzeinbruch im Jahr 2003 von über 18 Prozent auf 445 Mill. Euro und einem Verlust vor Zinsen und Steuern von 21 Mill. Euro nun wieder eine Gewinnmarge von zwei Prozent bei einem prognostizierten Umsatz von 490 Mill. Euro stehen. Die Analysten sind jedoch gerade im vergangenen Jahr zu oft enttäuscht worden, um diesen Planzahlen uneingeschränkt Glauben zu schenken. Das Kursziel für die derzeit trotz herber Verluste noch immer über sechs Euro gehandelten Aktie sieht Thomas Neuhold von der Bank Austria bei 4,50 Euro. Christoph Eckert von CAI Chevreux hält die Papiere bei 5 Euro für fair bewertet.

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