Schwache Zahlen
Software AG stürzt an der Börse ab

So heftig war die Aktie der Software AG zuletzt im April 2009 abgestürzt. Um bis zu 16 Prozent ging es heute abwärts. Schlechte Zahlen sind nicht der einzige Grund für den kräftigen Kursrutsch.
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DüsseldorfDie vorläufigen Zahlen der Software AG kamen an der Börse gar nicht gut an. Der für das zweite Quartal anvisierte Umsatz und auch das operative Ergebnis lagen deutlich unter den Erwartungen der Marktteilnehmer. Die TecDax-Aktie reagierte mit massiven Kursverlusten, rauschte um bis zu 16 Prozent in den Keller. Im Laufe des Vormittags erholte sich das Papier aber leicht und notiert nur noch 12,5 Prozent im Minus bei 36,82 Euro. Noch vor wenigen Tagen hatte die Aktie bei 44,50 Euro ein neues Zwölf-Monats-Hoch markiert.

Analysten reagierten sofort auf die schlechten Nachrichten vom Morgen und stuften die Software-Aktie reihenweise herunter. Die Unicredit strich ihre Kaufempfehlung und senkte das Kursziel von 45 auf 43 Euro. Hauptsächlich wegen unerwartet niedriger Lizenzerlöse habe der Softwareentwickler die Markterwartungen verfehlt, schrieb Analyst Knut Woller in einer aktuellen Studie. In der Vergangenheit habe es zwar immer wieder derartige Ausrutscher gegeben, allerdings habe das Unternehmen die eigenen Gewinnziele im Gesamtjahr häufig übertroffen. Er habe seine Ergebnisschätzungen je Aktie für 2011 und 2012 um drei Prozent reduziert.

Auch M.M. Warburg reduzierte die Empfehlung von "Kaufen" auf "Halten". Steubing setzte das Anlageurteil von "Kaufen" auf "Verkaufen" herab, bei Evolution Securities wird die Aktie nun mit "Verkaufen" bewertet statt, wie zuvor, "Neutral".

Die Commerzbank blieb zwar bei ihrer Kaufempfehlung für das Papier, senkte aber das Kursziel von 43 auf 41 Euro. Auch Analyst Thomas Becker reduzierte seine Gewinnprognosen für 2011 und 2012. Im zweiten Halbjahr 2011 könnte die Geschäftsentwicklung allerdings besser verlaufen als in den ersten sechs Monaten.

Mit den aktuellen Herabstufungen gab es in den vergangenen vier Wochen fünf Verkaufsempfehlungen für die Aktien der Software AG, drei Analysten urteilten nach Informationen von Bloomberg „Halten“. Doch das Bild ist gemischt: Immerhin sieben Mal lautet die Empfehlung derzeit nämlich „Kaufen“ – die DZ Bank bestätigte ihre Kaufempfehlung heute sogar. Der Aktie half das wenig.

Mit in den Abwärtsstrudel gerieten SAP. Die Aussage, dass die Nachfrage nach der Implementierung von SAP-Produkten weiter unter dem Vorjahresniveau geblieben sei, belastet einem Börsianer zufolge auch die SAP-Papiere stark. Der Dax-Wert verlor allerdings mit 2,4 Prozent vergleichsweise wenig.

Jessica Schwarzer
Jessica Schwarzer
Handelsblatt / Chefkorrespondentin Börse
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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