Schwedisch-finnische OM Hex liegt aus fundamentaler Sicht weit hinter Euronext und Deutsche Börse
Euronext und Deutsche Börse bieten kaum Kursphantasie

Analysten raten bei den Aktien der Börsen trotz positiver Einschätzung zur Zurückhaltung.

DÜSSELDORF. Wer an der Börse auf die Börse setzt, hatte zuletzt schlechte Karten. Sowohl die Aktien der Deutschen Börse AG als auch der Euronext N.V. sind an den zurückliegenden Handelstagen arg gebeutelt worden. Daran änderten auch die gestrigen Kursaufschläge nichts. Von ihren Jahreshöchstständen bei 49,20 Euro bzw. 23,90 Euro haben sich die Papiere mit aktuellen Kursen von gut 42 Euro bzw. 20,50 Euro weit entfernt. Etwas besser hat sich allein die aus dem Zusammenschluss der Börsenbetreiber in Schweden und Finnland hervorgegangene OMHex gehalten, die seit Anfang Juli um ein Niveau von rund 80 skr bzw. knapp 9 Euro pendelt.

Ausschlaggebend für den Kursrutsch war eine enttäuschende Gewinnprognose der Deutschen Börse, obwohl sie für das dritte Quartal solide Zahlen vorgelegt hatte. Auch viele Analysten sind bei der Aktie nun zurückhaltend. Doch wird das Unternehmen insgesamt positiv gesehen: „Das Geschäftsmodell der Deutschen Börse AG weist eine sehr hohe Qualität auf“, lobt Wulf Weiler von der WGZ-Bank. Doch die Deutsche Börse hat gezeigt, „dass das Wachstum vorbei ist“, sagt Analyst Johannes Thormann von der West-LB. Nach seiner Einschätzung hätten viele Investoren das Engagement der Deutsche-Börse-Tochter Eurex in den USA als „Ertragsperle“ etwas eingepreist, wobei der Start am 1. Februar 2004 immer unwahrscheinlicher werde. Die „Story bei der Eurex ist in Deutschland und Europa weitgehend gelaufen“, räumt auch Weiler ein. Und in den USA zeichne sich erheblicher Widerstand ab; er bleibt aber optimistisch und erwartet, dass sich die Eurex durchsetzen wird.

Im Vergleich schneiden beide Werte – Deutsche Börse und Euronext – als defensive Aktien bei den Analysten nicht schlecht ab. Die beiden Gesellschaften sind „operativ ähnlich diversifiziert“, sagt Thormann. Doch in dem wichtigsten Bereich, dem Derivategeschäft, „ist die Deutsche Börse deutlich besser aufgestellt“, lobt er. Zudem hole sie bei Aktienoptionen derzeit stark auf. Dem WestLB-Experten gefällt auch, dass die „Eurex die interessanteren Derivate handelt“. Weiler sieht in Euronext „ein ebenfalls gut aufgestelltes Unternehmen“. Allerdings bestehe kein Grund, warum man sie höher einschätzen sollte.

Seite 1:

Euronext und Deutsche Börse bieten kaum Kursphantasie

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%