Schweizer Aktienmarkt: Blackrocks Wette geht auf

Schweizer Aktienmarkt
Blackrocks Wette geht auf

Die Schweizer Notenbank hat im Januar die Koppelung des Frankens an den Euro aufgehoben – und damit den Schweizer Aktienmarkt ins Minus gestürzt. Einige Anleger kauften jedoch kräftig nach und fahren jetzt die Ernte ein.
  • 7

ZürichDie Schweizer Börse SMI hat sich von ihrem Tief im Januar um 9,5 Prozent erholt, während am Aktienmarkt wieder Ruhe einkehrte. Der VSMI-Index, der die Volatilitätserwartung für diesen Aktienmarkt abbildet, ist seit dem Höhepunkt vom Januar – als die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihre Franken-Deckelung kippte – um 42 Prozent gefallen. Nun zahlen die Händler für Optionen auf SMI-Kursgewinne so viel wie seit einem Jahr nicht mehr, im Verhältnis zu den pessimistischen Kontrakten.

Anleger wie Blackrock und Bank J. Safra Sarasin reiten die Erholungswelle, die von der Zuversicht getragen wird, dass die Unternehmen mit dem starken Franken umgehen können – weil die Vermögensverwalter zukauften, als es bergab ging.

Die Schweizer Unternehmen passten sich schnell an: Swatch erhöhte die Preise, Julius Bär senkte die Kosten und Credit Suisse meldete ein positives Handelsergebnis, nachdem die SNB die Franken-Deckelung aufgegeben hatte. Der Franken, der daraufhin in die Höhe geschossen war, baute einen Teil seine Gewinne wieder ab - dank der Bereitschaft der SNB zu Interventionen.

„Die Reaktion war zu der Zeit zu extrem gewesen – dies sind gute Unternehmen mit soliden Grundlagen“, sagte Francois Savary, Investmentchef von Reyl & Cie., in London. „Die Anleger unterschätzen, wie stark große Schweizer Firmen ihre Währungsrisiken abgesichert haben. Das stellt einen guten Einstiegszeitpunkt für Käufer dar.“

Die Ankündigung der SNB vom 15. Januar hatte den Franken gegenüber dem Euro um bis zu 41 Prozent aufwerten lassen. Das schürte die Besorgnis, die starke Währung könnte die Gewinne der Exporteure schmälern - was den SMI innerhalb von zwei Tagen einen Rekordeinbruch von 14 Prozent bescherte. Am 13. Januar hatte der SMI noch das höchste Niveau seit 2007 erreicht.

In diesem Monat haben alle bis auf vier im SMI notierten Unternehmen einen Kursgewinn verzeichnet. Swatch, dessen CEO den SNB-Beschluss als einen „Tsunami“ für die Exportbranche bezeichnet hatte, erhöhte die Preise mehrerer Uhrenmarken um bis zu zehn Prozent. Julius Bär kündigte den Abbau von 200 Stellen sowie Kostensenkungen um 100 Millionen Franken an. Die Aktien beider Unternehmen haben in diesem Monat mehr als 16 Prozent zugelegt.

Kommentare zu " Schweizer Aktienmarkt: Blackrocks Wette geht auf"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Es war von Anfang an klar, dass die Entscheidung der SNB ein wichtiges Signal sein würde für alle diejenigen in der Euro-Zone, die etwas zu verlieren haben: Eine weiche Währung war noch nie Ausweis einer gesunden Volkswirtschaft. Die Schweizer machen es vor. - Die deutsche Wirtschaft mag noch eine Weile von der Weichwährungsstrategie profitieren, aber die Rechnung danach wird teurer als der Wohlstandsgewinn durch die paar gewonnenen Jahre eines Sonderaufschwungs, der traditionell die großen strukturellen Defizite verdeckt. Wenn erst einmal Frankreich an der Reihe ist, gehen auch hier die Lichter aus.

  • Bin mal gespannt, wann der Weltuntergang in den die Schweiz gemäß der Euro-Phantasten nach ihrem Austritt aus dem Euro geraten müsste, eintritt. Guter Testfall für den Euro-Austritt Deutschlands für den natürlich hypothetischen Fall, dass er mal nötig wäre. Wird die Diskussion versachlichen.

  • @ Herr Giegl: So lange Sie von "Eliten" oder "Loobies" reden ist es in Ordnung. Der Begriff Zionismus ist jedoch in direktem Zusammenhang zum Judentum bzw. dem Staat Isreal. Man muss versuchen, wie Sie selbst sagen, nicht in die selben Muster zu verfallen ("totale Diffarmierung") welche von den Eliten verwendet werden. Ihre Hunde scheinen jedoch sehr anstaendige Einstellungen zu haben. Wenn sich die Moeglichkeit ergibt wuerde ich sie gerne mal kennenlernen ;)

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%