Schweizer Versandapotheke
Zur Rose will an die Börse

Der Arzneimittelversand plant Insiderinformationen zufolge noch diesen Sommer seinen Gang an die Börse. Durch ein erstes öffentliches Angebot will das Unternehmen 2017 mindestens 184 Millionen Euro einsammeln.
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ZürichIn der Schweiz nimmt der dritte Börsengang des Jahres Gestalt an. Mit dem Sprung aufs Börsenparkett in Zürich will die Versandapotheke Zur Rose mindestens 200 Millionen Franken (184 Millionen Euro) einsammeln. Das Geld soll in erster Linie in den Ausbau des Geschäfts in Deutschland fließen, wo das Unternehmen unter der Marke „DocMorris“ tätig ist. „Der Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln ist für DocMorris ein attraktives Kerngeschäft, in dem potenziell zweistellige Wachstumsraten erzielt werden können“, wie Zur Rose am Donnerstag mitteilte. „Mit mehr als 20 Millionen chronisch Erkrankten bietet der deutsche Markt dafür substanzielle Expansionsmöglichkeiten.“

Insider hatten Reuters jüngst gesagt, dass Zur Rose noch vor der Sommerpause den Gang an die Börse anpeilt. Das vergangene Jahr schloss die in Frauenfeld im Kanton Thurgau ansässige Firma wegen hoher Investitionen ins Wachstum bei einem Umsatz von 880 Millionen Franken mit einem Verlust von 13 Millionen Franken ab. Gegründet wurde die nach eigenen Angaben größte Versandapotheke Europas 1993 als Einkäuferverband von Ärzten, die in manchen Teilen der Schweiz Medikamente direkt an Patienten abgeben dürfen. Zur Rose ist zudem in den Niederlanden und Österreich tätig und will den Erlös aus dem Börsengang auch dazu verwenden, in weitere Länder zu expandieren. Zudem sollen Anleiheschulden getilgt werden.

Die Aktien des Unternehmens können außerbörslich bereits gehandelt werden. Zum aktuellen Kurs von 127 Franken ist das Unternehmen 550 Millionen Franken wert. Größer Eigentümer ist die KWE Beteiligungen AG der Schweizer Unternehmerfamilie Frey mit einem Anteilspaket von einem Fünftel. Die saudi-arabische Investorengruppe Al Faisaliah hält gut sechs Prozent der Aktien und das Management mehr als acht Prozent. Bei einer außerordentlichen Generalversammlung am 19. Juni will das Unternehmen die Zustimmung der Aktionäre für eine Aufstockung des Aktienkapitals um 50 Prozent einholen und die Voraussetzungen für den Börsengang schaffen.

Der Börsengang liegt in den Händen von UBS und Berenberg, die als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners agieren. Mit an Bord ist auch die Zürcher Kantonalbank (ZKB) als Co-Lead Manager. Im April war dem Zur-Rose-Rivalen Galenica der bislang größte Börsengang in Europa in diesem Jahr gelungen. Im Herbst hatte sich der deutsche Konkurrent Shop Apotheke auf das Börsenparkett gewagt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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