Schwellenländer: Marktgiganten sind nicht konkurrenzfähig

Schwellenländer
Marktgiganten sind nicht konkurrenzfähig

Sechs Jahre lang boten die Schwellenländer den großen Industrienationen die Stirn. Doch die Unternehmen schwächeln. Lediglich ein Konzern hält sich in den Top 20 der weltgrößten Unternehmen.
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FrankfurtNoch vor sechs Jahren stellten Schwellenländer acht der 20 weltweit größten Unternehmen nach Marktwert und wirkten unschlagbar. Nun hält Petro China als einziges Unternehmen aus einem Schwellenmarkt die Fahne hoch. Obwohl sich die Kapitalabflüsse aus den Emerging Markets auch beim staatlich kontrollierte chinesischen Ölproduzenten bemerkbar machen. Gegenüber dem Vorjahr rutschte das Unternehmen um zehn Plätze auf Rang 14 ab. Industrial & Commercial Bank of China fiel am Montag auf Platz 22 zurück, nachdem sie 38 Milliarden Dollar an Marktwert verloren hatte. Samsung Electronics, das größte südkoreanische Unternehmen, sackte elf Ränge ab und liegt nun auf Nummer 27.

Seit Jahresanfang haben Anleger mehr als 10 Milliarden Dollar aus börsennotierten Fonds (ETF) mit Schwerpunkt Schwellenländern abgezogen. Im gesamten vergangenen Jahr waren 8,8 Milliarden Dollar aus den Schwellenmarkt-ETFs abgeflossen. Der Wachstumsvorsprung der Schwellenländer gegenüber den Industrieländern ist auf den niedrigsten Stand seit elf Jahren geschrumpft.

In Ländern wie der Türkei und Indien haben die Zentralbanken die Leitzinssätze erhöht, um die Devisenkurse zu stützen. Derweil fließen Gelder in die USA und die europäischen Volkswirtschaften, in denen die Unternehmen ihre Eigenkapitalrenditen höher geschraubt haben als ihre Konkurrenten in Schwellenländern.

Der Negativtrend scheint aber noch kein Ende zu haben. Die Schwellenländer „haben noch weiteres Abwärtspotenzial”, sagt Joseph Quinlan, Chef-Marktstratege bei U.S. Trust, einer Tochter der Bank of America. „Können sie es mit Weltklasse-Konkurrenz aus den USA, Japan und Europa aufnehmen? Ich bin nicht überzeugt, dass sie auf mikroökonomischer Ebene dazu in der Lage sind.”

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