Schwergewicht
Caterpillar ist Star an der Börse

Die Geschäfte des Baumaschinenherstellers Caterpillar laufen glänzend. Das zeigt auch die Kursentwicklung des US-Konzerns. Seitdem das Unternehmen Ende Januar die Anleger mit außergewöhnlich guten Quartalszahlen überraschte, steigt das Interesse an der Aktie kontinuierlich.

HB HOUSTON. Anfang Februar erreichte der Kurs zwischenzeitlich ein Rekordhoch und notierte bei knapp 70 Dollar. Seit 2002 hat sich der Wert damit verdreifacht. Viele Analysten wie David Bleustein von UBS haben ihre Kursziele weiter erhöht und räumen der Aktie noch beträchtliches Aufwärtspotenzial ein. Andere jedoch sind skeptisch: „Im Durchschnitt erreicht Caterpillars Gewinn ungefähr alle sechs Jahre einen Höhepunkt, und danach geht es erst einmal wieder abwärts. Aber der letzte Scheitelpunkt liegt inzwischen siebeneinhalb Jahre zurück“, sagt Joel Tiss von Lehman Brothers.

Zudem sorgen sich einige Experten um den Kurs, der möglicherweise inzwischen seinen fairen Wert erreicht habe. Allerdings kostet Caterpillar mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis in Höhe von gut 13 weniger als die Konkurrenzaktien, die im Schnitt einen Wert von 14,5 erreichen. Kursziele von 77 Dollar, also rund zehn Prozent über dem jetzigen Stand, sind daher keine Seltenheit.

Selbst die Kritiker räumen ein, dass die Wachstumschancen in den kommenden Jahren äußerst vorteilhaft für Caterpillar aussehen. Ein Hauptgrund: Nach mehreren Naturkatastrophen im vergangenen Jahr ist die Nachfrage nach Baumaschinen in den USA so groß wie lange nicht mehr. Hunderttausende Häuser entlang des Golfs von Mexiko müssen repariert, abgerissen oder neu gebaut werden. Und die international niedrigen Zinssätze tragen ein Übriges dazu bei, dass aus der ganzen Welt Aufträge bei dem Unternehmen in Illinois eingehen.

Mehr als 8 000 neue Arbeitskräfte stellte Caterpillar im vergangenen Jahr ein. In mehreren Fabriken wurde die Produktion verdoppelt. Trotzdem kommt die Belegschaft mit der Herstellung nicht so schnell nach, wie die Maschinen aufgekauft werden – und bei den Zulieferern stockt der Nachschub bei Großreifen und Stahl-Gussformen.

Einige Experten befürchten, dass Caterpillar damit den Verlust von Marktanteilen riskiert und sich die Kunden stattdessen an die Konkurrenz wenden. „Wenn die Zulieferer nicht rechtzeitig liefern, könnte das die Produktion weiterhin beschränken und auch das Gewinnpotenzial beschneiden“, sagt Andrew Casey von Prudential. „Die Geschäftsleitung muss sich jedenfalls keine Sorgen um Preiserosion machen“, sagt David Raso von Citigroup. „Erst im Januar haben sie ihre Preise wieder erhöht, und das hatte so gut wie keine negativen Auswirkungen auf die riesige Nachfrage.“

Auch die steigenden Erträge bei Kupfer, Gold und Kohle helfen indirekt Caterpillar. Denn je lukrativer die Gewinnung der Rohstoffe wird, desto mehr Baumaschinen werden bestellt. Hier sollte Caterpillar zusätzlich profitieren, erwartet Raso. Für das Gesamtjahr hat die Geschäftsführung ein Umsatzplus von zehn Prozent auf 40 Mrd. Dollar angekündigt. Gleichzeitig wurde die Gewinnprognose erhöht – auf bis zu fünf Dollar je Aktie.

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