Schwierige Rahmenbedingungen
Kodak gibt für Anleger kein gutes Bild ab

Schlechte Nachrichten für Eastman Kodak: In diesem Jahr werden nach Expertenschätzungen zum ersten Mal mehr digitale als traditionelle Kameras verkauft werden. Der New Yorker Fotografiekonzern hat sich in seiner langen Geschichte dagegen auf die bisher üblichen Kleinbildfime spezialisiert und konnte seine Marktführerschaft bislang nicht auf das Digitalfotogeschäft ausdehnen. Kodak selbst hat eingeräumt, in dieser Sparte noch rote Zahlen zu schreiben. Fachleute attestieren Nachholbedarf.

NEW YORK. Daher erwarten auch US-Analysten die neuen Quartalszahlen, die der Dow-Jones-Wert am kommenden Mittwoch (23.Juli) bekannt geben will, mit zunehmender Skepsis. Von sechs Anlageurteilen, die bei der Nachrichtenagentur Bloomberg zurzeit zu Kodak verzeichnet sind, lauten fünf auf „verkaufen“ und eins auf „halten“. „Die aktuellen Trendzahlen bestätigen unsere Erwartungen, dass es kaum eine Verbesserung bei den sinkenden Filmverkäufen gibt“, sagt Caroline Sabbagha von Lehman Brothers. Eine Studie des Marktforschungsunternehmens PMA zeigte vor kurzem, dass der Absatz bei regulären Farbfilmen in Haushalten, die auch über eine Digitalkamera verfügen, im Durchschnitt um 20 bis 40 % zurückgeht. Auch Jack Kelly von Goldman Sachs kommentiert: „In Zukunft können sich die negativen Auswirkungen von Digitalkameras auf den Filmabsatz nur verschlimmern." Er reduzierte daher seine Gewinnprognose für das gesamte Jahr kräftig von 1,75 auf 1,45 Dollar je Aktie.

Auch Kodak selbst warnte jüngst vor sinkenden Gewinnen, die möglicherweise mehr als 50 % hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleiben und im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bis zu 90 % niedriger liegen dürften. Damit nährte das Unternehmen Gerüchte, dass die bisher stets üppige Dividende in diesem Quartal deutlich beschnitten werden könnte. Bei der jüngsten Ausschüttung hatte Kodak 1,80 Dollar pro Aktie gezahlt.

Eine Dividendenkürzung würde den Titel an der Börse nach Meinung der Experten weiter unter Druck bringen, da die zwei Sonderzahlungen pro Jahr bisher viele Aktionäre bei der Stange gehalten haben. Bereits in den vergangenen Wochen verloren die Aktien fast 20 % an Wert und notieren zurzeit nur leicht oberhalb des Zwölfmonatstiefs vom vergangenen Oktober.

Die Sorgen bei Eastman Kodak beschränken sich aber nicht nur auf die digitale Konkurrenz. Die Angst vor SARS in Asien trifft einen Markt, der traditionell zu den Hauptabnehmern von Kleinbildfilmen und Papierbildern zählt. „In Japan sind die Filmverkäufe im vergangenen Jahr um 13 % geschrumpft, was ein bedrohliches Zeichen für die Zahlen in anderen hochentwickelten Ländern ist“, sagt Analyst Craig Ellis von Smith Barney. Er erwartet, dass die Aktie binnen zwölf Monaten bei etwa 24 $ notiert – und damit 10 % weniger wert wäre als heute.

Starke Konkurrenz und schwacher Konsum: Die Rahmenbedingungen sind nicht gerade rosig.

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