Seaworld Entertainment ohne Orcas
Ende der Free-Willy-Show freut Aktionäre

Der Freizeitparkbetreiber Seaworld stellt seine berühmte Show mit Orcas in San Diego ein. Damit gibt der Park die Hauptattraktion auf. Das finden die Aktionäre sogar gut – nur Tierschützer sind trotzdem nicht zufrieden.

DüsseldorfFür einen kurzen Moment taucht der schwarz-weiße Killerwal auf, schnaubt Luft und Wasser aus seinem Atemloch, wie zum Gruß der Zuschauer am Beckenrand der Seaworld-Show. Wie Groupies auf einem Rockkonzert warten dort Kinder und Jugendlichen auf ihren Star, kreischen und winken dem Orca zu. Sie wissen: Jetzt kommt der Moment. Dann taucht der Meeressäuger ab, schleudert seine Schwanzflosse aus dem Wasser und durchnässt die Fans mit einer Flutwelle. Dafür lieben die Fans die Walshow im Seaworld-Vergnügungspark. Dafür ist der Meerespark in San Diego bekannt geworden. Doch damit wird bald Schluss sein.

Am Montag hatte Seaworld-Chef Joel Manby bekannt gegeben, dass die Show ab 2017 eingestellt werde. „Wir haben das nicht wegen der Aktivisten getan“, erklärte Manby. Seit Jahren steht der Meerespark bei Tierschützern im Verruf. Sie werfen dem Unternehmen nicht artgerechte Haltung vor. „Wir hören auf unsere Gäste und entwickeln uns als Unternehmen“, beteuert Manby.

Nach der Entscheidung verlor die Aktie zunächst, erholte sich im Verlauf des Dienstags jedoch auf ein knappes Plus auf über 18 Dollar. Seit April 2013 ist das Unternehmen am New York Stock Exchange notiert. Auch Analysten begrüßen die Entscheidung. In einer Bloomberg Untersuchung raten neun von zehn Analysten zum Kauf oder Halten der Aktie – obwohl sie im Jahresvergleich um 2,6 Prozent gesunken ist. Umsatz und Besucherzahlen stagnieren bei 1,1 Milliarden Dollar und 18 Millionen Besuchern bislang in diesem Jahr. Werte auf Vorjahresniveau.

Doch nach dem sinkenden Trend der vergangenen Jahre sind das bereits gute Ergebnisse für das Unternehmen mit weiteren Parks in San Antonio (Texas) und Orlando (Florida). Die Meeresparks befinden sich in einer Umbruchphase, die 2014 eingeläutet wurde. Unter anderem soll das Umfeld der Tiere natürlicher werden.

„Seine Hauptattraktion abzusetzen, passt genau in den Markenumbau von Seaworld“, erklärt Scott Hamann von der Key Bank in einer Notiz. Der Analyst rät zum Kauf. Er rechnet mit einem Aufschwung der Aktie von derzeit unter 18 Dollar auf bis zu 26 Dollar.

Wer auf satte Dividenden setzt, ist mit Seaworld-Aktien allerdings schlecht beraten. In den vergangenen Jahren schüttete die Amerikaner nicht mehr als 21 Cent pro Aktie aus. Ein Risiko sieht Hamann in der starken Abhängigkeit von Florida. 55 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet Seaworld allein in dem Bundesstaat im Südosten der USA.

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Die Orcas bleiben im Aquarium

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