Seit Freitag läuft die Zeichnungsfrist für die Papiere
Analysten halten EdF-Aktien für zu teuer

Experten kritisieren die große Abhängigkeit des französischen Versorgers vom Staat und dringen auf Preisabschlag.

PARIS. Der französische Staat will Anlegern die Aktien des Stromversorgers EdF nach Ansicht von Analysten zu einem gesalzenem Preis verkaufen. „Die Preisspanne ist hoch angesetzt“, meint zum Beispiel Julien Quistrebert, Analyst des französischen Vermögensverwalters Richelieu Finance. Seit Freitag läuft die Zeichnungsfrist für die Papiere, die zwischen 29,50 und 34,10 Euro kosten sollen. Privatanleger bekommen einen Euro Rabatt. EdF will mit dem Börsengang sein Kapital um sieben Mrd. Euro erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Ausgabepreis für die 206,6 Mill. neuen Aktien am oberen Ende der Spanne liegen. Die Erstnotiz ist für den 21. November vorgesehen.

Auf Grund der Preisspanne ergibt sich eine Bewertung für EdF zwischen 54 Mrd. und 63 Mrd. Euro. Der profitablere deutsche Wettbewerber Eon wird an der Börse mit rund 51 Mrd. Euro bewertet. Auch beim Vergleich des Verhältnisses von Unternehmenswert (Marktkapitalisierung minus Nettoschulden) zu Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schneidet EdF schlechter ab: Hier weist der französische Staatskonzern ein Verhältnis von knapp sechs aus, während RWE mit fünf und Eon mit 5,5 bei dieser Kennzahl geringere Werte haben.

„Der hohe Staatseinfluss hätte einen Discount gerechtfertigt“, meint ein deutscher Fondsmanager. Denn auch nach dem Börsengang bleibt der französische Staat mit einem Anteil von 85 Prozent dominierender Aktionär. Zwar räumt das Gesetz dem Staat die Möglichkeit ein, seinen Anteil auf bis zu 70 Prozent abzusenken. Doch davon will die Regierung in absehbarer Zeit keinen Gebrauch machen.

Die hohe Preisfindungsspanne überrascht Beobachter umso mehr, da das Börsenklima sich derzeit deutlich eintrübt. Der Satellitenbetreiber Eutelsat hat seinen Börsengang vergangene Woche ganz abgesagt. Die europäischen Aktienmärkte markierten Ende vergangener Woche ein Zweimonatstief.

„Der Börsengang könnte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen“, meinte dagegen EdF-Chef Pierre Gadonneix. Die Bilanz sei bereinigt, die Risiken für den Abriss alter Kernkraftwerke ausreichend mit Rückstellungen abgesichert, die Rentenansprüche der 150 000 Mitarbeiter wurden gegen eine Abschlagszahlung auf das staatliche Rentensystem übertragen. „Wir können nun wieder Wachstum ins Auge fassen.“

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