Seitwärtsbewegung des Dax nicht ausgeschlossen
Konjunkturoptimismus soll deutsche Aktien beflügeln

Der zunehmende Optimismus mit Blick auf die weltweite Konjunktur wird den deutschen Aktien Experten zufolge in der kommenden Woche neuen Schwung geben. „Der Ifo-Index und das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) sind gut ausgefallen“, sagte Stratege Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg. „Dieser Cocktail sollte auch in der kommenden Woche positiv wirken.“

Reuters FRANKFURT. Zudem sei die abgeschlossene Berichtssaison überwiegend positiv gewesen. „45 Prozent der Quartalszahlen aus dem Dax haben positiv überrascht, nur rund ein Viertel war schlechter als von uns erwartet.“ Diese Impulse könnten den Dax Schallenberger zufolge kommende Woche wieder in die Nähe seines am 22. August erreichten Jahreshochs von 3588,53 Punkten führen.

Analyst: Keine Angst vor sonst schlechtem September

Auch Stratege Stefan Mitropoulos von der Bankgesellschaft Berlin sieht in den Konjunkturerwartungen einen Motor. „In diesem Jahr müssen wir auch keine Angst vor dem sonst schlechten Monat September haben“, sagte er in Hinblick darauf, dass der September im langjährigen Mittel die schlechtesten Ergebnisse an den Aktienmärkten brachte. Neue Hochs des Dax seien indes nicht ausgemacht. „Möglich ist auch, dass wir eine Seitwärtsbewegung im September sehen.“ Könne der Dax das aktuelle Niveau halten, wäre dies aber angesichts des sonst schwierigen Monats positiv. Einen Dax-Anstieg in der kommenden Woche könne er sich durchaus vorstellen, längerfristig werde sich der Dax in Richtung 4000 Punkte bewegen.

US-Konjunktur im Blick

In der ersten Septemberwoche werden neue Konjunkturdaten - vor allem aus den USA, wo der Aufschwung bereits begonnen hat - im Mittelpunkt stehen. Analysten erwarten vor allem von US-Einkaufsmanagerindizes und von US-Arbeitsmarktsdaten neue Impulse. Vor allem auf die Arbeitsmarktentwicklung werde aufmerksam geschaut, da die Erholung der US-Wirtschaft noch nicht auf die Beschäftigung übergegriffen habe. Im zweiten Quartal war das US-BIP auf das Jahr hochgerechnet zum Vorquartal um 3,1 Prozent geklettert.

In Deutschland hat die Belebung der Konjunktur dagegen noch nicht begonnen. Volkswirtin Ulla Lahl von der Mizuho Corporate Bank spricht von nur verhaltenem Konjunkturoptimismus. „Die vorlaufenden Indikatoren deuten zwar auf einen Aufschwung hin, aber das war auch schon Anfang vergangenen Jahres so und stellte sich dann als Trugschluss heraus“, warnte sie. Als vorlaufende Indikatoren gelten Daten, die die Erwartungen für die Zukunft erfassen. Dazu zählt auch der an den Finanzmärkten viel beachtete Geschäftsklimaindex des Münchener Ifo-Instituts.

Da Lahl nach der Erfahrung des vergangenen Jahres eine größere Vorsicht der Anleger erwartet, geht sie für die kommenden Monate von einer Seitwärtsbewegung des Dax aus. „Wenn die positiven realen Zahlen nicht kommen, haben die Aktien sogar Abwärtspotenzial.“

Münchener Rück und HVB weiter unter Druck

Die Aktien von Münchener Rück und Hypovereinsbank (HVB) dürften den Strategen zufolge auch nächste Woche unter Druck stehen. Hintergrund ist die bevorstehende Umbildung der europäischen Aktienindizes Stoxx 50 und EuroStoxx 50. Die Strategen halten es für ausgemacht, dass der Rückversicherer aus dem Stoxx und die HVB aus dem EuroStoxx herausfallen werden. Die Entscheidung wird auf der Grundlage der Schlusskurse vom Freitag getroffen und am Montag nach Börsenschluss bekannt gegeben. Gültig ist sie ab dem 22. September.

Von der Umschichtung im Stoxx könnte dagegen der Softwarekonzern SAP profitieren, der in diesen Index aufrücken könnte. Viele Fondsmanager bilden die Zusammensetzung dieser Indizes nach, würden also SAP-Aktien kaufen. Andersherum würden HVB und Münchener Rück wohl auf den Verkaufslisten landen. Von Unternehmensseite erwarten Analysten ansonsten kaum Impulse. Für Donnerstag werde ein Zwischenbericht von Intel erwartet, der den Technologiesektor beflügeln könne.

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