Sentix-Analyse
Aktien könnten Tiefstände von August erneut testen

Die europäischen Aktien könnten aus Sicht des Analysehauses Sentix ihre Tiefstände vom August dieses Jahres ein weiteres Mal testen. Da sich der Druck aus den Konjunkturdaten weiter aufbauen dürfte, der Bankensektor noch immer schwach sei und es weiterhin Anleger gebe, die auf Besserung hofften, sind laut Sentix auch Kursabschläge über die Tiefstände im August hinaus zu erwarten.

dpa-afx FRANKFURT. "Ob es zu einem Crash kommt, kann niemand voraussagen, ist aber aufgrund der Umstände, der Kreditkrise historischen Ausmaßes, der unklaren Notenbankpolitik und des schwachen Dollar, nicht auszuschließen", schrieb Analyst Manfred Hübner in der aktuellen Studie. Die Situation sei mit der von 1987, dem Jahr des ersten Börsenkrachs nach dem Zweiten Weltkrieg, vergleichbar.

"Die abgelaufene Woche hat uns auf dem Weg zur „Recognition“, der Wahrnehmung des Problems in seiner Gänze, einen großen Schritt vorangebracht", schrieb Hübner und verwies dabei auf den am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktbericht. Dass die US-Hypothekenkrise tausende von Arbeitsplätzen gekostet habe, sei kaum überraschend gewesen, nachdem Meldungen über umfangreiche Entlassungen bereits die Schlagzeilen im August beherrscht hätten. "Es ist deshalb vielmehr zu vermuten, dass einfach die Hoffnung, die US-Immobilienkrise möge sich schnell wieder verziehen, mit den zunehmend schlechter werdenden Daten nicht mehr aufrecht zu erhalten ist."

"Die anhaltende Schwäche des Bankensektors stellt für uns ein wichtiges Puzzlestück der derzeitigen Marktschwäche dar", so Hübner weiter. So lange die Aktionen der Notenbanken vor allem diesen zu Gute kämen, die Bankentitel aber dennoch zu relativer Schwäche neigten, könne nicht von einer grundsätzlichen Besserung ausgegangen werden.

Als besonderes Opfer der aktuellen Schwächeperiode am Aktienmarkt sieht der Sentix-Experte Japan an. Die japanischen Aktien, die in diesem Jahr mehrfach "in der Schlüsselrolle eines positiven Katalysators" gewesen seien, würden nun besonders unter die Räder geraten. "Die Stärke des Yens ist eine hohe Bürde und lässt auch kurzfristig keine Besserung erwarten", so Hübner.

Sentix wertet seit 2001 wöchentlich Umfrageergebnisse zur Markteinschätzung unter privaten und institutionellen Investoren im Internet aus.

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