Siemenstochter
Zweifel an Osrams Börsengang mehren sich

Der Börsengang der Siemenstochter Osram wird kritisch beäugt. Die unruhigen Finanzmärkte und der sich abzeichnende Abschwung im Lampenmarkt sorgen für Schwierigkeiten. Siemens will an seinen Plänen weiter festhalten.
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MünchenDie Nervosität an den Finanzmärkten und der sich abzeichnende Abschwung im Lampenmarkt bringen den Börsengang von Osram in Gefahr. Noch gibt sich der Mutterkonzern Siemens unbeirrt. Der Börsengang stehe weiterhin für den Herbst auf der Agenda, die Vorbereitungen liefen nach Plan, sagte Finanzvorstand Joe Kaeser in der vergangenen Woche. Doch zugleich öffnete er eine Hintertür. Sollte das Börsenumfeld dann sehr schwierig sein, müsste Siemens den Zeitplan noch einmal überdenken. Banker halten es inzwischen auch für möglich, dass Siemens statt eines normalen Börsengangs den Leuchtmittelhersteller abspaltet und die Aktien einfach an seine Aktionäre verschenkt.

Analysten glauben, dass Siemens auf Biegen und Brechen versuchen wird, die mittlerweile ungeliebte Tochter über den Kapitalmarkt loszuwerden, um nicht in das Geschäft investieren zu müssen. „Die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass der IPO kommen wird, als dass er abgesagt wird“, schätzt etwa Thomas Wybierek von der NordLB. „Sie werden alles versuchen, um es zu schaffen“, erwartet sein Kollege Bernd Laux von Cheuvreux.

Die Emissionsbanken erwarten, dass angesichts der Verunsicherung am Kapitalmarkt das IPO eher im Spätherbst über die Bühne geht. „Im Moment kann niemand seriös sagen, wie die Märkte im September laufen“, hieß es von einem Banker.

So rund wie im Frühjahr erwartet dürfte sich die Transaktion nicht gestalten. Die Börsen sind verunsichert, die Geschäftsaussichten für Osram verdüstern sich. Der Umsatz stagnierte, der Gewinn ging im vergangenen Quartal zurück. Der größte Konkurrent Philips offenbarte zuletzt deutliche Schwächen. „Die Zyklik zeigt eine leichte Abschwächung. Die Wachstumsraten aus der Krise heraus lassen sich nicht ewig fortschreiben“, sagt Wybierek. „Aus heutiger Sicht hätte man den Zeitpunkt besser früher gewählt“, urteilt Analyst Laux. „Osram scheint mit einer gewissen Verzögerung der Entwicklung zu folgen, die bei Philips zu sehen war“, warnt Wybierek.

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