Sinkende Umfragewerte für Union und FDP könnten Börse belasten
Dax-Ausblick: Wahlprognosen drücken Kurse

An der Börse setzen die Marktteilnehmer auf einen Regierungswechsel. Verschlechterte Wahl-Umfragewerte für Union und FDP könnten daher kurz vor der Wahl den Deutschen Aktienindex (Dax) in der kommenden Woche belasten, vermuten Aktienexperten - zumal vor diesem Hintergrund andere Nachrichten eher schwach wirken.

HB FRANKFURT. HB FRANKFURT. Die kommende Börsenwoche ist von einigen Unsicherheiten gekennzeichnet. Der Ölpreis, die Folgen des Hurrikans "Katrina", der Verfalltag an der Terminbörse Eurex, die Automobilausstellung IAA und insbesondere die bevorstehende Bundestagswahl werden das Börsengeschehen beeinflussen. Aktienstrategen rechnen denn auch mit uneinheitlichen Aktienmärkten. Bis zur eindeutigen Klärung der neuen deutschen Regierungsmehrheit dürfte der Dax seitwärts konsolidieren. Die psychologisch wichtige 5000er-Marke könnte damit erneut hart umkämpft sein.

Verschlechterte Wahl-Umfragewerte für Union und FDP könnten den Deutschen Aktienindex (Dax) in der kommenden Woche sogar belasten, vermuten Aktienexperten. "Alles andere als eine Regierung aus CDU/CSU und FDP wäre sehr schlecht für den Aktienmarkt, weil diese Konstellation die von den Anlegern favorisierte ist", sagt ein Händler. "Bei jeder anderen Regierung kann man sich den verstärkten Einstieg ausländischer Investoren erst einmal abschminken."

Nachdem die jüngsten Umfragen von ARD und ZDF eine Aufholjagd der SPD untermauert haben, durch die Union und FDP sogar die Mehrheit verloren, haben ausländische Anleger bereits mit dem Rückzug aus Deutschland begonnen. Schon vor zwei Wochen hatte ein Analystenkommentar lapidar empfohlen: "Take your Money and run", falls Rot-Rot-Grün gewinnen sollte.

Versorger unter Druck

Versorger dürften in den nächsten Tagen unter Druck stehen. Der als sicher erhoffte Wahlsieg der Union werde zunehmend "ausgepreist", sagen Beobachter. Schließlich habe eine Verlängerung der Restlaufzeit von Kernkraftwerken den Wert von RWE und Eon um zehn Euro je Aktie erhöht. Die Verunsicherung wird noch gesteigert durch die Verspätung des Wahltermins in einem Wahlkreis in Dresden.

In den Wochen seit der Ankündigung der vorgezogenen Neuwahlen Ende Mai hat der Dax gut 15 Prozent auf ein Dreijahreshoch von 5020,47 Punkten zugelegt und sich damit im europäischen Vergleich überdurchschnittlich entwickelt. In der abgelaufenen Woche betrug das Plus per Saldo knapp vier Prozent. Anleger erhoffen sich von der Wahl einen Regierungswechsel und anschließende tief greifende Reformen zur Ankurbelung der Konjunktur. Die bevorstehenden Bundestagswahlen werden voraussichtlich selbst die anstehenden US-Konjunkturdaten in den Hintergrund drängen.

Aktienstratege Frank Schallenberger von der LBBW hält angesichts der aktuellen Wahlumfragen in der kommenden Woche einen Rutsch des Dax unter die Marke von 4900 Punkten für möglich. Sein Kollege Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhard rechnet dagegen nicht mit einem größeren Kursverlust. "Viele werden erst einmal das Wahlergebnis abwarten."

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