Sino und Axxon planen noch 2004 die Erstnotiz
Wertpapierhändler streben an die Börse

Während große Namen wie zuletzt die Tui-Tochter Hapag-Lloyd ihre Börsenpläne wegen des schlechten Marktumfeldes vorerst ad acta legen, ist die Liste möglicher Emissionen mit kleineren Volumina weiterhin gut gefüllt. Besonders Wertpapierhandelshäuser, die in speziellen Nischen tätig sind, streben noch in diesem Jahr an die Börse.

HB FRANKFURT/M. Den Auftakt könnte bereits Ende September der Düsseldorfer Online-Aktienhändler Sino machen. Der will nach Aussagen von Vorstand und Gründer Ingo Hillen rund 1,2 Mill. der insgesamt 1,75 Mill. Aktien an den geregelten Markt der Düsseldorfer Börse und an den Freiverkehr der Frankfurter Börse bringen. Marktgerüchten zufolge soll die Erstnotiz bereits am 27. September sein.

Die im Jahr 1998 gegründete Sino AG ist auf so genannte „Heavy Trader“ spezialisiert, also auf Kunden, die mehrere hundert Wertpapiergeschäfte im Monat abwickeln. Der Kundenstamm lag zum 30. Juni bei 276, soll aber kontinuierlich erweitert werden. Laut Ingo Hillen sollen künftig durch ein „attraktives Gebührenmodell“ auch Kunden angesprochen werden, die zwischen 30 und 50 Wertpapiergeschäfte im Monat abwickeln. Außerdem will sich das Unternehmen den außerbörslichen Handel mit Aktien und Optionsscheinen erschließen.

Das Hamburger Analysehaus SES Research sieht den fairen Wert der Sino-Aktie bei 9,19 Euro. Damit wäre der Wertpapierhändler mit rund 16 Mill. Euro bewertet. Positiv wirkt sich bei der Bewertung aus, dass Sino seit Beginn der Geschäftstätigkeit profitabel ist. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres (Stand 30.6.) stieg der Gewinn vor Steuern (EBT) um über 31 Prozent auf 1,01 Mill. Euro. Bisher hat Sino jährlich eine Dividende ausgeschüttet. In diesem Jahr soll der Betrag nach Schätzungen von SES Research bei 0,27 Euro je Aktie liegen. Die beiden Vorstände Ingo Hillen und Matthias Hocke haben sich verpflichtet, insgesamt 18 Monate nichts von ihrem Aktienanteil von insgesamt 38,6 Prozent abzugeben.

Noch nicht ganz so weit gediehen sind die Börsenpläne der Frankfurter Axxon Wertpapierhandelsbank. Zum Jahresende ist dort die Handelsaufnahme im Freiverkehr der Frankfurter Börse geplant. Die wie Sino ebenfalls 1998 gegründete Axxon ist in vier Bereichen tätig, wobei der Wertpapierhandel und der Bereich Corporate Finance den Schwerpunkt bilden. Im ersten tritt das Unternehmen als klassischer Wertpapierhändler mit Schwerpunkt bei marktengen Nebenwerten auf. Diese sind oft nur unter erschwerten Bedingungen handelbar. Mit dem Erlös aus dem Börsengang will Axxon die Vollbanklizenz beantragen. Bislang werden die Kundendepots bei Cortal Consors geführt.

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