Skandal um Ultrasonic
Herr Wu und sein verlorenes Handy

Der Chef des chinesischen Schuhherstellers Ultrasonic soll mit der Firmenkasse durchgebrannt sein. Jetzt meldet er sich überraschend zurück. Er habe nur sein Handy verloren. In Frankfurt spielt die Aktie verrückt.
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Shanghai, FrankfurtChinesische Unternehmen haben schon für einige Verwunderung an der Frankfurter Börse gesorgt. Aber dieser Skandal übertrifft noch einmal alles, was bisher gelaufen ist: Erst hieß es, Qingyong Wu, der Chef des chinesischen Schuhherstellers Ultrasonic, habe sich aus dem Staub gemacht und dabei gleich einen großen Teil des Firmenvermögens mitgenommen. Der Firma drohte die unmittelbare Insolvenz. Die in Frankfurt gelistete Aktie stürzte ab - von 6,78 Euro auf 87 Cent.

Das allein wäre schon ein bemerkenswerter Vorfall. Doch die Geschichte wird noch skurriler.

Heute meldete sich der vermisste Chef überraschend zu Wort. In einem Video-Interview, das auf der Internetseite der chinesischen Nachrichtenseite Sina veröffentlicht wurde, sprach er nun von einem großen Missverständnis. „Ich bin nicht weggerannt“, sagte Wu. „Die finanzielle Situation des Unternehmens ist weiter normal.“ Er sei im Urlaub gewesen und habe sein Handy verloren. Alle anderen Gerüchte seien falsch.

Auch das Unternehmen ließ am Montag mitteilen, dass Wu zurückkehren und auch die verschwundenen Finanzmittel wiederbeschaffen wolle. Der Versuch einer persönlichen Kontaktaufnahme durch einen Vertreter des Aufsichtsrats in Xiamen sei bislang jedoch erfolglos geblieben.

In der vergangenen Woche hatte das Unternehmen erklärt, Wu und sein für das operative Geschäft zuständiger Sohn seien nicht mehr auffindbar. Einen 60 Millionen Dollar schweren Kredit von Nomura hätten beide „in zwei Tranchen abgerufen und den Großteil der Gelder kurz vor ihrer Flucht von Hongkong nach China transferiert“. Ultrasonic könne auf die Gelder nicht mehr zugreifen. Nomura stellte den Kredit nach den Vorfällen fällig. Ultrasonic droht deshalb nach eigenen Angaben die Insolvenz. Der Aufsichtsrat berief Firmenchef Wu und seinen Sohn ab.

Jetzt kündigte Wu an, baldmöglichst zurückzukehren. Dann wolle er herausfinden, wer die Gerüchte gestreut und das Image von Ultrasonic beschädigt habe. Anleger fassten nach diesen Aussagen wieder Hoffnung. Der Kurs der Ultrasonic-Aktie stieg um 120 Prozent auf 2,20 Euro.

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Kommentare zu " Skandal um Ultrasonic: Herr Wu und sein verlorenes Handy"

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  • Meine ich das nur, oder ist das geschriebene Deutsch in dem Text an einigen Stellen sehr schwer verständlich, außerdem meine ich sind da ziemlich viele Rechtschreibfehler enthalten, zu viele für einen Artikel im Handelsblatt.

  • Wunderbar! Sollt es stimmen, dass ALIBABA seinen Firmensitz auf den Caimans gemeldet hat, wäre das nur gut für die Gewinnmaximierung, denn wo sonst kann man derartige Steuervorteile genießen wie dort?! Genial, Mr. Ma ist Chef eines Multi Milliarden Dollar Unternehmens, und so einer kennt sich aus auf dem globalen Markt der Weltwirtschaft. Mir ist das sehr sympathisch, das einer der eigentlich genug Geld hat, trotzdem nach der günstigsten Variante des jeweiligen Geschäftsbereiches zur Kostensenkung Ausschau hält, und entsprechend agiert.

  • Beim IPO von Alibaba in New York erwarben die Zeichner Anteile an einer (Briefkasten -?)Firma in der Karibik.
    Herr Ma hat hoffentlich mehr als nur ein Mobiltelefon.

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