Skandinavien
Börsenneulinge locken Anleger in hohen Norden

Während am deutschen IPO-Markt Flaute herrscht, bereiten sich in Nordeuropa gleich mehrere Unternehmen auf ihr Börsendebüt vor. Auch große Unternehmen sind darunter. Welche Börsenkandidaten Skandinavien zu bieten hat.
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STOCKHOLM/FRANKFURT. Es ist der Name, den nahezu jede Frau in Europa kennt. Und den Männer kennen sollten, wenn sie ihrer Liebsten eine kleine Freude machen wollen: Der dänische Schmuckhersteller Pandora stellt Ketten und Armbänder her sowie als besonderen Clou die sogenannten „Charms“. Das sind Anhänger mit kuriosen Namen wie „Känguru mit Baby“ oder „Küken aus dem Ei“. Mit diesen lassen sich die Grundbausteine Kette und Armband beliebig ergänzen. Und weil es Pandora seit der Gründung als Zwei-Mann-Betrieb 1982 geschafft hat, jedes Jahr mit neuen Kollektionen den Geschmack der Kundinnen zu treffen, steht am 5. Oktober der Börsengang (IPO) an.

Überhaupt bieten die nordischen Länder in den kommenden Wochen eine weit größere Auswahl an Börsenneuligen als der hiesige Markt. Seit der Erstnotiz des Außenwerbers Ströer im Juli, Börsengang Nummer fünf in diesem Jahr in Deutschland, gibt es hierzulande kaum Neuigkeiten.

Christoph Stanger, der bei Goldman Sachs das Geschäft mit Neuemissionen verantwortet, rechnet damit, dass in Deutschland bis Jahresende allenfalls fünf neue Unternehmen an die Börse gehen. Bestätigte Meldungen gibt es indes noch nicht. Das im Moment relativ gute, aber von großen Unsicherheiten geprägte Marktumfeld, ist mit ein Grund dafür.

Ganz anders die Lage in Nordeuropa. Neben Pandora will dort auch der größte norwegische Ölkonzern Statoil sein Tankstellennetz an die Börse bringen. Auch der weltgrößte Gebäudereiniger und -manager ISS aus Dänemark plant die Rückkehr aufs Parkett.

Optimismus nach langer Flaute

Lange herrschte im hohen Norden Europas Flaute an den Börsen. Doch nun scheint der Optimismus zurückzukehren. Allein in den ersten sechs Monaten haben dort zehn Unternehmen einen Börsengang durchgeführt. Und John Abrahamson, IPO-Experte bei der Bank SEB, glaubt an viele weitere. „Derzeit gibt es rund 300 nordeuropäische Unternehmen, die in Händen von Investmentgesellschaften sind. Die werden früher oder später an die Börse gebracht“.

Pandora als potenzieller Türöffner dieser Entwicklung will rund 80 Mio. Euro durch die Neuemission einnehmen. Außerdem wollen die beiden Haupteigentümer, der Finanzinvestor Axcel sowie die Gründerfamilie, ihre Anteile reduzieren. Insgesamt können so bis zu 1,7 Mrd. Euro zusammenkommen. Pandora hat sein Geschäftsmodell allerdings ausschließlich auf die Produktion der Armbänder ausgerichtet. Für Anleger ist das ein Risiko: Sollten diese aus der Mode kommen, bricht der Umsatz des Unternehmens ein.

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