Skepis unter Experten
Immobilienaktien-Rallye verliert an Tempo

Mit Immobilienaktien ließ sich in den vergangenen drei Jahren trefflich Geld verdienen. Ob in Europa, Asien oder Nordamerika – rund um den Globus verzeichneten die börsennotierten Betongold-Papiere seit dem Frühjahr 2003 im Durchschnitt Kursgewinne im dreistelligen Prozentbereich. Doch Analysten ist die Party auf dem Börsenparkett längst unheimlich geworden.

DÜSSELDORF. Die Mehrheit der Experten ist skeptisch für die nähere Zukunft der Branche. Um stattliche 170 Prozent stieg seit dem Frühjahr 2003 der von der European Public Real Estate Association (EPRA) erstellte Index der europäischen Schwergewichte unter den börsennotierten Betongold-Werten. Nordamerikanische Real Estate Investment Trusts (Reits) verzeichneten nach der jüngsten Statistik der National Association of Real Estate Investment Trusts (Nareit) im selben Zeitraum im Schnitt gar Kursgewinne von 192,7 Prozent. Etwas bescheidener verlief die Entwicklung in Asien mit einem durchschnittlichen Plus von 110 Prozent.

Martin Allen, Chef-Analyst bei Morgan Stanley Research Europe, versieht seit geraumer Zeit seine wöchentlichen Marktberichte zur Entwicklung europäischer Immobilienaktien mit dem Vermerk „cautious“ – „vorsichtig“. Erst jüngst warnte er in einer Sonderausgabe des Property-Newsletters, die meisten Papiere würden derzeit zu Preisen gehandelt, die deutlich über dem Nettovermögenswert, dem Net Asset Value (NAV), der Gesellschaften liegen. Der NAV ist die Differenz des Immobilien- und Kapitalvermögens eines Unternehmens abzüglich der Verbindlichkeiten.

Mit seiner skeptischen Haltung ist Allen nicht allein. Stefan Goronczy, Immobilienaktienanalyst der HSH Nordbank, warnte bereits vor Monaten, auch die meisten deutschen Immobilienaktien seien „ambitioniert bewertet“. Ähnlicher Ansicht ist Robert Mazzuoli, Analyst der Landesbank Rheinland-Pfalz. Anfang November nahm er die IVG Immobilien (WKN 620570) einmal mehr genauer in Augenschein. Sein Urteil: „Underperformer“ – in der Analystensprache ein Synonym für „verkaufen“.

Zwar eröffne die vom Bundeskabinett vorbereitete Einführung deutscher Reits „neue Geschäftsmöglichkeiten für die IVG“, sagt Mazzuoli. Sie könne nicht nur eigene Immobilien an die im kommenden Jahr an die Börse strebenden neuen Trusts verkaufen, sondern auch andere Gesellschaften bei ihren Objektveräußerungen beraten. „Im aktuellen Aktienkurs sind diese verbesserten Geschäftsaussichten jedoch längst eingepreist“, meint der Analyst.

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