Sky-Aktie
Ernüchterung nach der Euphorie

Der Zuschlag für die Übertragungsrechte der Bundesliga war ein teurer Sieg für Sky. Nach anfänglicher Euphorie ist die Aktie unter den Preis der vergangenen Tage gefallen. Nun steht der Sender am Scheideweg.
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Düsseldorf"Dieses Ergebnis hat unsere Erwartungen übertroffen", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert nach der Vergabe der Übertragungsrechte für die kommenden Bundesliga-Spielzeiten. "Die heutige Entscheidung ist ein Quantensprung für die Bundesliga", fügt Liga-Präsident Reinhard Rauball hinzu.

Das sahen auch die Sky-Aktionäre so und feierten den Zuschlag an der Börse. Um bis zu 25 Prozent sprang die im MDax notierte Aktie innerhalb kürzester Zeit nach oben - von ungefähr zwei Euro auf zwischenzeitlich 2,51 Euro.

Doch der gestrige Höhenflug war schnell wieder vorbei. Als bekannt wurde, dass der Münchner Bezahlsender für die vier Jahre fast zwei Milliarden Euro zahlt, drehte der Aktienkurs ins Minus. Inzwischen notiert Sky bei 1,93 Euro und liegt damit noch unter dem Kurs der vergangenen Tage.

Das spiegelt sich auch in den aktuellen Einschätzungen der Analysten wider. Die Rechte seien teurer gewesen als gedacht, schreibt Morgan Stanley-Analyst Patrick Wellington. Jörg Heineke von TAO Capital ist mit Wellington einer Meinung: "Der Preis ist zu hoch und der Bezahlsender wird Schwierigkeiten bekommen, diese Kosten wieder zu erwirtschaften."

Sky Deutschland AG

ISIN
DE000SKYD000
Börse
P1006
Chart von Sky Deutschland AG

Der Sender schreibt seit Jahren rote Zahlen. Zwar konnte Sky 2011 den Verlust von 407 auf 277 Millionen Euro eindämpfen, das ist aber größtenteils auf eine kräftige Finanzspritze des Medienmoguls und Mehrheitseigners Rupert Murdoch zurückzuführen. Dennoch gab es zuletzt auch positive Nachrichten für Sky: Mit einem Zuwachs von 359.000 Neukunden hat der Bezahlsender die Marke von drei Millionen Abonnenten überschritten. "Die Fußballrechte sind zwar wichtig für Sky, doch um den Sender rentabel zu machen, braucht er vor allem neue Abonnenten", sagt Analyst Jan Christian Göhmann von der NordLB. Dabei seien allerdings Rückschläge möglich. Sein Kollege Christopher Johnen von der HSBC Trinkaus gibt zu bedenken: "Der deutsche Pay-TV-Markt bleibt unter anderem wegen des umfangreichen Free-TV-Angebotes unverändert schwierig."

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Der Bezahlsender ist am Scheideweg

Kommentare zu " Sky-Aktie: Ernüchterung nach der Euphorie"

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  • @Thomas_Blank

    Ihre Aussage ist absolut richtig. Die Einlagen des Herrn Murdoch erhöhten zwar das Eigenkapital von Sky. Dies hat jedoch keine Auswirkungen auf die GuV der Bilanz des Senders.

    @Handelsblatt
    Ich finde es wirklich toll, dass ihr euren studentischen Mitarbeitern (i.d.F. Herrn Schaal) eine Chance gebt journalistisch tätig zu werden. Dennoch sollte man die verfassten Artikel vorher einmal auf Logik überprüfen. Der Fehler, den User Thomas_Blank anspricht, ist wirklich eklatant.

  • "Der Sender schreibt seit Jahren rote Zahlen. Zwar konnte Sky 2011 den Verlust von 407 auf 277 Millionen Euro eindämpfen, das ist aber größtenteils auf eine kräftige Finanzspritze des Medienmoguls und Mehrheitseigners Rupert Murdoch zurückzuführen." Die Aussage ist schlichtweg falsch, der Verlust konnte durch eine gewachsene Zahl der Abonnenten (Kunden) verringert werden, und ist somit auf eine Verbesserung im operativen Geschäft von Sky zurückzuführen
    (Umsatz - Kosten = Betriebsergebnis)

  • Freuen wir uns über Skys überteuerten Kauf. Als Verbracher können wir nur hoffen, dass Pay-TV in Deutschland weiterhin ein Verlustgeschäft bleibt. Denn ansonsten ergeht es uns wie vielen anderen Mediennutzern in europäischen Ländern: Sie zahlen und zahlen für immer mehr Inhalte, die ins Pay-TV abwandern. Für Nichtzahler bleiben Werbeverkaussendungen auf unterstem Niveau.

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