Snapchat-Betreiber: Snap plant Milliarden-Börsengang

Snapchat-Betreiber
Snap plant Milliarden-Börsengang

Die US-Firma Snap sorgt mit der App Snapchat dafür, dass Fotonachrichten nach dem Anschauen verschwinden. Nun will das Unternehmen an die Börse und meldet erstmals Geschäftszahlen – ebenfalls mit einem Schwund.
  • 0

Los AngelesDie Firma hinter der populären Foto-App Snapchat geht an die Börse. Die Snap Inc. will bei der Aktienplatzierung drei Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro) einnehmen, wie sie am Donnerstag ankündigte.

Dabei könnte es sich aber auch um einen Platzhalter-Betrag handeln, der später noch verändert wird. Früheren Medienberichten zufolge peilte Snap einen Börsenwert von 25 Milliarden Dollar an. Im Vergleich nahm Facebook bei seiner ersten Aktienausgabe vor fünf Jahren 16 Milliarden Dollar ein.

Dabei wurden auch erstmals Geschäftszahlen präsentiert. Dem Börsenprospekt zufolge verlor Snap im vergangenen Jahr 514,6 Millionen Dollar nach einem Fehlbetrag von knapp 373 Millionen Dollar 2015. Der Umsatz sprang zugleich aber von 58,6 auf 404,5 Millionen Dollar hoch.

Snapchat hatte demnach Ende 2016 rund 158 Millionen Nutzer am Tag. Das Wachstum verlangsamte sich zuletzt aber. So kamen im vergangenen Quartal nur fünf Millionen Nutzer hinzu. Im gesamten Jahr waren es aber rund 50 Millionen. Die USA sind der wichtigste Markt mit 68 Millionen täglichen Nutzern, Europa folgt mit 52 Millionen.

Snapchat wurde vor allem bei jungen Nutzern populär mit Fotos, die nach dem Ansehen von alleine verschwinden. Das Geld soll bei Snapchat vor allem mit Werbung verdient werden. Inzwischen wird die App auch stärker zu einer Plattform für Medieninhalte ausgebaut.

Und Snap brachte eine Kamera-Brille heraus, deren Vertrieb in diesem Jahr dem Börsenprospekt zufolge stark ausgebaut werden soll. Bisher wurde sie fast nur aus Automaten mit wechselnden Standorten verkauft - und in kleinen Mengen.

Die Unterlagen offenbaren auch, dass die Mitgründer Evan Spiegel und Robert Murphy die beiden starken Figuren bei Snap sind: Sie halten jeweils knapp 22 Prozent der Anteile und 44,3 Prozent der Stimmrechte. Damit kann ohne sie keine Entscheidung getroffen werden.

Lohnen dürfte sich der Börsengang auch für die frühen Geldgeber Benchmark Capital Partners und Lightspeed Venture Partners, die jeweils 12,7 und 8,3 Prozent der Aktien halten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Snapchat-Betreiber: Snap plant Milliarden-Börsengang"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%