Snapchat-Mutterfirma
Snap-Aktien bringen mehr ein als gedacht

Am Donnerstag geht die Muttergesellschaft der Nachrichten-App Snapchat an die Börse. Im Vorfeld dringt aus Insiderkreisen durch, dass der Milliardenbörsengang offenbar eine Überraschung bereithält.
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New YorkSnapchat wurde bekannt als App, mit der man Bilder verschicken kann, die kurz darauf wieder verschwinden. Inzwischen ist daraus eine Kommunikationsplattform geworden, die vor allem sehr junge Leute anspricht, und ähnlich wie viele Internet-Unternehmen von Werbeeinnahmen lebt. Das junge Unternehmen hat vor dem für Donnerstag geplanten Börsenstart die Inverstoren überzeugt: Die Aktie war mehrfach überzeichnet.

Der Preis des Papiers wurde daher mit 17 Dollar festgesetzt, während zuvor eine Spanne von 14 bis 16 angepeilt war. Die begleitenden Banken legten Wert darauf, nicht noch höher zu gehen, um langfristig anlegende Fonds bei der Stange zu halten. Bei vergangenen Emissionen von klangvollen Tech-Unternehmen hatte es häufiger einige Monate nach dem Börsenstart einen Einbruch gegeben, weil die ersten Investoren und möglicherweise auch Alt-Aktionäre Kasse machten.

Mit 17 Dollar je Aktie erreicht der Börsengang ein Volumen von 3,4 Milliarden Dollar und ist damit ein ausgesprochenes Schwergewicht. Dabei ist eine Reserve von 15 Prozent, die noch zusätzlich an die Börse gegeben werden können, nicht eingerechnet.

Der Börsengang wurde von Morgan Stanley zusammen mit Goldman Sachs, JP Morgan und der Deutschen Bank eingefädelt. Üblicherweise bekommen solche aktiven Mitglieder eines Konsortiums zusammen 70 bis 80 Prozent der Gebühren, die etwa zwischen 2,0 und 2,5 Prozent des Emissionsvolumens liegen dürften. Der Rest verteilt sich auf weitere Banken.

Snapchat wird so mit fast 24 Milliarden Dollar bewertet. Das ist eine Menge für eine Firma, die im vergangenen Jahr 515 Millionen Dollar Verlust bei einem Umsatz von 405 Millionen gemacht hat – also mehr Verlust als Umsatz. Hinzu kommt: Die Aktionäre an der Börse bekommen keinerlei Stimmrecht, müssen also langfristig den Gründern der Firma vertrauen. Immerhin: Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Umsatz fast versiebenfacht, während der Verlust nur um 36 Prozent gewachsen ist.

Mark Hantho, bei der Deutschen Bank für das weltweite Emissionsgeschäft mit Aktien verantwortlich, hofft darauf, dass Snapchat den Weg für weitere Börsengänge frei macht. „Es gibt viele Kapitalgeber, die Firmen verkaufen wollen, und viele Investoren, die Geld auf der hohen Kante haben“, sagt er.

Nach seiner Meinung werden im laufenden Jahr auch mehr Industriekonzerne Teile ihres Geschäfts an die Börse geben. Er hofft auf jeweils mehr als 500 Börsengänge weltweit in den Jahren 2017 und 2018 , nachdem die Zahl in den vergangenen beiden Jahren stark gesunken ist und 2016 nur 312 Firmen mit mehr als 50 Millionen Dollar Bewertung den Schritt gewagt haben.

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