So geht Kapitalerhöhung
Deutsche Bank zeigt es der Commerzbank

Die Deutsche Bank kündigt überraschend eine Kapitalerhöhung an - und die Aktie legt mehr als sieben Prozent zu. Der Bank ist es gelungen, eine bittere Pille süß zu verpacken; ganz anders als die Commerzbank.
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DüsseldorfDie beiden größten deutschen Banken brauchen mehr Geld. Sowohl die Commerzbank als auch die Deutsche Bank kündigen eine Kapitalerhöhung an. Die Voraussetzungen könnten kaum unterschiedlicher sein - die Reaktionen an der Börse auch.

Bei der Commerzbank nehmen die Anleger Reißaus, bei der Deutschen Bank greifen sie zu. Die Aktie der Deutschen Bank legt am Dienstag fast acht Prozent auf 35,44 Euro zu. Dabei hatte die Bank am Vorabend eine milliardenschwere Kapitalerhöhung angekündigt. Normalerweise ist so etwas Gift für den Aktienkurs. Die Commerzbank war nach der Ankündigung ihre Kapitalmaßnahme im März abgestraft worden, weil die Altaktionäre eine massive Verwässerung ihrer Anteile fürchteten.


Die Wahrnehmung bei der Deutschen Bank ist eine ganz andere: Zwar sind die Experten überrascht über den Zeitpunkt. Aber die Meinung ist fast einhellig positiv. Endlich habe sich die Bank ihres größten Problems entledigt, heißt es. „Die Diskussion um die Kapitalausstattung der Deutschen Bank sollte damit endgültig beendet sein“, erklärt Ingo Frommen, Bankanalyst der LBBW.

Sozusagen über Nacht platzierte die Bank insgesamt 90 Millionen Aktien bei Investoren. Der Preis lag bei 32,90 Euro, etwas höher als erwartet. Damit fließen dem Institut 2,96 Milliarden Euro zu. Angepeilt waren 2,8 Milliarden Euro.

Quartalszahlen

Ergebnisse der Deutschen Bank (nach Steuern)

in Milliarden Euro



Die harte Kernkapitalquote nach den neuen, strengeren Anforderungen der Regulierer (Basel III) kann damit schneller als geplant von 8,8 Prozent per Ende März auf rund 9,5 Prozent erhöht werden, womit die Deutsche Bank weltweit unter die Besten aufsteigt. Das gebe der Bank Spielraum, künftig auch wieder verstärkt Marktanteile zu gewinnen, sagte Finanzchef Stefan Krause.

Als besonders systemrelevante Bank muss die Deutsche Bank künftig auf eine harte Kernkapitalquote von zehn Prozent kommen. Eigenkapital gilt als wichtiger Puffer. Obwohl die strengeren Regeln erst ab 2019 gelten, wird an den Finanzmärkten bereits jetzt von den Banken erwartet, dass sie die Quoten voll erfüllen.

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Bittere Pille, süß verpackt

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  • So, so, für die Erzeugung von virtuellen Buchgewinnen durch Überbewertung problematische Assets und Einsparung auf Kosten der eigentlichen Geschäfte, werden also Boni aus dem Unternehmenseigentum entnommen. Das nenne ich Stehlen! Aber wenn sie die Eigentümer, sprich Aktionäre gerne beklauen und über eine KE unter Ausschluss der Bezugsreche durch Verwässerung enteignen lassen, ist es wohl ihr Problem.

    Was den stark steigenden Kurs anbetrifft: Gier erzeugt Volumen und das brauchen die Zeichner diese schnellen KE um ihre neuen Aktien so schnell wie möglich in den Markt zu drücken. Keiner bei klarem Verstand will wohl auf dem Risiko der gefährlichsten Bank der Welt sitzen bleiben. Schon garnicht in der aktuellen Situation Europas und den anstehenden Ereignissen.

    Wie heißt es so schön, die Börse lebt von den Dummen und der Dumme muss eben einen noch Dümmeren finden. Wieviel Dumme finden sich noch bei Indexhöchstständen im Mai?

    Drogen vernebeln ja bekanntlich die Sinne. Also Rally Monkey, dann mal los am Donnerstag - alle warten schon dringend auf den nächsten Schuß an "Stupid German Money".

    Diganose: Unheilbar Krank!

  • Genau so ist es!

    Es sind die beiden Großaktionärer der Comba.

    Die Allianz ist heute immer noch froh, daß der blauäugige Blessing ihnen den Dreba-Schrott abgenommen hat und halten aus reiner Dankbarkeit zu ihm.
    Und der Bund ist so naiv, daß er glaubt, seinen Einstandspreis von 6,-EUR (vor Kap.Erh.) jemals wiederzusehen....

  • Während die meisten Banken wieder gutes Geld verdienen, kommt die Commerzbank einfach nicht voran. Aber die Aktionärsversammlung wollte es einfach nicht anders: weiter mit den Kapitalvernichtern Blessing und Müller

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