Softwarehaus profitiert von starkem Auftragseingang
PSI-Aktie hat noch Potenzial

Wie sich schlechte Zeiten anfühlen, bekam man beim Berliner Software-Haus PSI lange genug zu spüren. Seit einiger Zeit kennt man dort auch gute Zeiten. Denn der Konzern mit über 1000 Mitarbeitern schreibt nicht nur wieder schwarze Zahlen, er ist inzwischen auch zur Nummer drei unter den deutschen Software-Häusern hinter SAP und der Software AG aufgestiegen.

FRANKFURT. Die PSI-Aktie hat davon allerdings noch relativ wenig mitbekommen. Mit rund 4,50 Euro notiert sie auf den Niveau, auf dem sie schon vor zwei Jahren stand. Das ist zwar hervorragend gegenüber der Situation vor fünf Jahren, als die Aktie beinahe zum Pennystock verkommen wäre, die Mehrzahl der Analysten sieht jedoch noch immer deutliches Potenzial nach oben. Auf 7,50 Euro hat Norbert Kalliwoda von Dr. Kalliwoda Research sein Kursziel nach oben gesetzt; 6,50 Euro hält Thorsten Reigber von der DZ Bank für angemessen; sechs Euro sind es bei Markus Leucht vom Analysehaus First Berlin. Lediglich Felix Ellmann von SES Research rät mit einem Kursziel von 3,80 Euro für die Aktie zum Verkauf.

Der überwiegende Optimismus wird geschürt durch den zuletzt starken Auftragseingang. PSI – der Name steht seit der Gründung vor 38 Jahren für Produkte und Systeme der Informationstechnologie – steht inzwischen kaum noch für Informationstechnologie. Stattdessen liefert man Software für die großen Schaltanlagen von Versorgern und Industrie. Erst in dieser Woche meldeten die Berliner einen weiteren Großauftrag für ein Leitsystem des russischen Energieriesen Gazprom. PSI-Software steuert und überwacht dabei sowohl in Sibirien als auch in der Moskauer Zentrale eine Gas-Pipeline. Das Auftragsvolumen liegt im einstelligen Millionenbereich. Erst in der Vorwoche meldete PSI erstmals einen Auftrag durch den französischen Energiekonzern EDF. Für ihn installiert das Unternehmen ein Leitsystem für einen Teil des Pariser Stromnetzes.

„Wir spüren zur Zeit einen sehr hohen Auftragseingang“, sagt PSI-Vorstandschef Harald Schrimpf. Der hängt zum einen mit der sehr guten Auftragslage der Industriekunden zusammen, die deswegen verstärkt investieren. Zum anderen versprechen neue Leitsysteme deutliche Effizienzsteigerungen. Bei Stahlwerken spielt sich dies in einer Größenordnung von fünf bis sieben Prozent ab.

Neben dem sehr guten Auslandsgeschäft sieht Norbert Kalliwoda die Liberalisierung der Energiemärkte als Kurstreiber. „Dadurch sind die Energieversorger gezwungen, sich der zunehmenden Wettbewerbsfähigkeit auf den Märkten im Energiebereich zu stellen“, sagt er.

First Berlin-Analyst Markus Leucht lobt zudem das umsichtig agierende Management sowie das starke Produktportfolio des Unternehmens. „ Das begrenzt das Investitionsrisiko in die PSI-Aktie“, sagt er.

Einzig Felix Ellmann von SES Research rät zum Verkauf der Aktie. „Die Bewertungssituation ist unverändert ambitioniert“, sagt er. Das gilt seiner Ansicht nach selbst dann, wenn es dem Unternehmen gelingen sollte, das vom ihm prognostizierte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 5,6 Mill. Euro in diesem Jahr zu erreichen.

Auf eines brauchen die Aktionären bei PSI indes nicht hoffen: auf den baldigen Aufstieg in den Technologieindex TecDax. Mit einem Börsenwert von knapp 50 Mill. Euro an frei handelbaren Aktien ist das Software-Haus weit von den potenziellen Aufstiegsplätzen entfernt.

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