Softwarekonzern muss hohe Wachstumsraten erzielen, um Erwartungen zu erfüllen
Experten sehen Chancen für SAP

Anfang der Woche wartete Europas größter Softwarehersteller mit einer vollmundigen Ankündigung auf: SAP wolle seinen Marktanteil bei Bankensoftware kräftig ausbauen.

HB DÜSSELDORF. Bei rund neun Mrd. Euro jährlich liege der Markt für SAP in der Banken- und Finanzbranche. SAP-Chef Henning Kagermann schloss auch Zukäufe von Branchenspezialisten nicht aus. Diese Ankündigung war für das Analysehaus AC Research Grund genug, für die kommenden Wochen mit einer leicht überdurchschnittlichen Entwicklung der Aktie im Vergleich zum Gesamtmarkt zu rechnen. Tatsächlich stieg der Wert des Dax-Unternehmens zuletzt von rund 137 Euro auf derzeit um 142 Euro.

Doch nicht alle Marktbeobachter teilen eine solch positive Einschätzung des Weltmarktführers für betriebliche Standardsoftware, die in Tausenden von Unternehmen und in vielen Verwaltungen eingesetzt wird. Die aktuelle Marktbewertung unterstelle ein anhaltendes zweistelliges Umsatzwachstum über die kommenden zehn Jahre, gibt Stefan Slowinski, Analyst von SG Securities, zu bedenken. „Eine Umsatzsteigerung von 15 Prozent im Softwaresektor scheint unerreichbar“, meint Slowinski aber. Würden diese Wachstumserwartungen enttäuscht, könnten sich Investoren den Aktien des Konkurrenten Oracle zuwenden.

Oracle hatte schon im März dieses Jahres die Nase vorn: Der Branchenzweite stach SAP beim Kauf des US-Softwarespezialisten Retek aus. „Die Konkurrenz für SAP nimmt immer mehr zu. Auch Microsoft drängt verstärkt in den Markt“, sagt der Analyst von SG Securities und rät, die SAP-Aktie zu verkaufen. 130 Euro hält Slowinski für einen fairen Wert.

Diese Einschätzung mag Matthew Hammond nicht teilen. Der Analyst der Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) geht davon aus, dass sich die SAP-Aktie überdurchschnittlich entwickelt. „Wir haben das Kursziel von 150 auf 170 Euro angehoben und empfehlen die Aktie weiterhin zum Kauf“, sagt Hammond. Der Analyst begründet seine Empfehlung vor allem mit dem möglichen internen Wachstum, also ohne Übernahmen, des Softwarekonzerns. Bis zum Jahr 2007 werde SAP vor allem von seiner neuen Produktlinie „mySAP“ profitieren. Generell empfiehlt CSFB Investoren, Software-Aktien im Depot überzugewichten. Die Software-Unternehmen würden am stärksten von den steigenden Technologieausgaben profitieren.

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