Solaraktie
Großauftrag beflügelt Phoenix Solar

Anleger greifen heute bei der Aktie von Phoenix Solar zu. Ein Großauftrag aus Frankreich sorgt für Kursphantasie bei dem Solarwert. Auf mittlere Sicht ist die Börsenbilanz allerdings weniger erfreulich.
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Ein Großauftrag in Frankreich hat die Aktie von Phoenix Solar strahlen lassen. Im TecDax kletterten die Papiere nach einem Großauftrag um 2,6 Prozent. Zum Vergleich: Der TecDax legte um 0,5 Prozent auf 822 Punkte zu.

Der für die Solarindustrie produzierende Anlagenbauer hatte am Morgen mitgeteilt, zwei Solarkraftwerke mit insgesamt 24 Megawatt Spitzenleistung in Frankreich zu bauen.

Der Auftraggeber ist die in Paris ansässige Akuo Energy, ein unabhängiger Energieanbieter, der sich auf die Erzeugung von erneuerbaren Energien spezialisiert hat und eine der drei größten Betreiber von Solarkraftwerken in Frankreich ist. Beide Solarparks sollen in Zukunft laut Unternehmensangabe 36 Tausend Megawattstunden umweltfreundlichen Strom im Jahr erzeugen.

„Frankreich ist in diesem Jahr der bis dato wichtigste Auslandsmarkt. Zusammen mit den Solarparks in Le Castellet und La Rouchouse konnten wir in diesem Geschäftsjahr in Frankreich bereits ein Auftragsvolumen von weit über 100 Millionen Euro generieren", freut sich Andreas Hänel, Vorstandsvorsitzender der Phoenix Solar.

Lukrativer Spatenstich

Der Baubeginn beider Solarkraftwerke ist noch für diesen Sommer vorgesehen. Bis Ende des Jahres sollen sie fertig sein, der Netzanschluss käme dann 2012.„Wir haben uns für Phoenix Solar entschieden, da sie über das nötige Engagement sowie Know-how verfügen, das wir benötigen, um diese beispielhaften Solarkraftwerke zu realisieren,“ erklärt Romain Forest, Geschäftsführer von Akuo Solar.

Nach Unternehmensangaben ist das der bisher größte Auslandsauftrag. „Gute Nachrichten für Solarunternehmen sind derzeit selten, das dürfte den Anlegern also gefallen“, sagte ein Händler.

Der heutige Aufschwung der Aktie kann die Anleger aber kaum über die langfristigen Verluste hinwegtäuschen. Seit dem Jahreswechsel 2010 zeigt der Kurs nach unten: Von mehr als 40 Euro auf aktuell 15,16 Euro. Laut Reuters liegen die Verluste in der vergangenen Woche bei 16 Prozent, innerhalb der vergangenen drei Monate verlor das Papier rund ein Drittel an Wert, in den abgelaufenen zwölf Monaten sogar mehr als 56 Prozent.

Die meisten Analysten waren folglich nicht allzu erbaut über die Kursentwicklung der Aktie. Goldman Sachs stuft das Kursziel von 26 auf 20 Euro zurück, die DZ Bank reduzierte die Empfehlung von "Kaufen" auf "Halten" und Equinet senkte das Kursziel von 21 Euro auf 18 Euro.

Jens Hagen
Jens Hagen
Handelsblatt / Redakteur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Solaraktie: Großauftrag beflügelt Phoenix Solar"

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  • Dies alles war ohnehin absehbar, die Abstufungen der Bank-Analysten haben nur dazu gedient die Aktie vor den guten Nachrichten zu einem billigen Preis selbst einzusammeln.
    Allen voran wieder einmal die Deutsche Bank mit einem Kursziel von 12 Euro, welches am 30.6.2011 verlautbart wurde. Solches Vorgehen als unseriös zu bezeichnen ist noch zu milde, da es der deutschen Wirtschaft und Kleinaktionären schadet.

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