Solarwerte trotzen politischer Unsicherheit
Preis für Solaraktien ist heiß

Mit der Q-Cells AG hat nach Ersol ein weiteres Unternehmen aus dem Solarbereich einen gelungenen Börsenstart hingelegt. In diesem Fahrwasser streben nun weitere Solarfirmen an die Börse. Einige Experten befürchten allerdings eine Überhitzung des Marktes.

HB FRANKFURT/MAIN. Wie schon bei der Erfurter Ersol AG, die am vergangenen Freitag an die Börse ging, stieß die Aktienemission des sachsen-anhaltischen Unternehmens auf großes Interesse bei den Anlegern. Die Emission war mindestens 40-fach überzeichnet, der Aktienkurs schnellte am Mittwoch nach Handelsaufnahme um 29 % nach oben. Von der Unsicherheit, welche Koalition künftig Deutschland regieren wird, lassen sich die Investoren offenbar nicht verschrecken.

Q-Cells fließen durch die Ausgabe der 6,66 Millionen Aktien rund 242 Mill. € zu, die in den Ausbau der Kapazität investiert werden sollen. Unternehmens-Chef Anton Milner äußerte sich zufrieden über den Börsenstart: „Der Auftakt entspricht voll unseren Erwartungen“, sagt Milner, der bei einem Wettspiel unter den Mitarbeitern auf einen ersten Aktienkurs von 50 € getippt hatte. „Ich sehe nun weiteres Kurspotenzial.“

Fachleute stimmen ihm zu: „Ungeachtet der hohen Kurse haben die Flaggschiffe Q-Cells und Solarworld noch Wachstumsraten“, sagt Max Deml, Autor des Buches „Grünes Geld“. Einige Werte seien allerdings überbewertet. „Die meisten Anleger kaufen alles, wo Solar drauf steht.“ Das sehen auch Analysten so: „Wenn ich mir die Kurse der Solarwerte anschaut, dann sind Überhitzungstendenzen zu erkennen“, sagt Christian Schindler von des Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Fachmann Deml rät, genau hinzuschauen, welche Aktien man kauft.

Die deutschen Solarunternehmen profitieren von der hohen Förderung, die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgeschrieben ist. In den kommenden Jahren wird die Branche nach Einschätzung der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) um mindestes 20 % wachsen. Der Branchenverband erwartet ebenso wie Q-Cells-Chef Milner keinen Kurswechsel bei der Solarförderung, egal welche Koalition in Berlin regieren wird. „Wir haben keinerlei Signale erhalten, dass es zu einem Kurswechsel kommen könnte“, sagt UVS-Geschäftsführer Carsten Körnig. Einige Experten hatten befürchtet, dass das EEG nach einem Regierungswechsel gekippt werden könnte. Bei der Überprüfung im Jahr 2007 würden allenfalls kleinere Änderungen vorgenommen, sagt Körnig.

Im Fahrwasser von Ersol und Q-Cells streben nun weitere Solarfirmen an die Börse: So wollen die ostdeutschen Solarwatt AG, PV Crystalox Solar AG sowie die Berliner Solarpraxis in den kommenden Monaten den Gang auf das Börsenparkett wagen. In den Startlöchern steht bereits die Sunlive AG, die knapp neun Mill. € einnehmen will. Die Zeichnungsfrist für das bayerische Unternehmen läuft von diesem Donnerstag an bis zum 12. Oktober.

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