Solarzellen-Produzent
Ersol bietet wieder Chancen

Die Erfolgsstory des Erfurter Solarzellen-Produzenten Ersol an der Börse war relativ kurz und sorgt bei Investoren inzwischen für reichlich Ernüchterung. Doch Analysten empfehlen die Aktie der Solarfirma wieder zum Kauf.

HB FRANKFURT. Nachdem die Ende September zu 42 Euro ausgegebenen Papiere noch am ersten Handelstag bis auf 65 Euro schnellten, ging es anschließend kontinuierlich bergab. Zuletzt sogar unter den Ausgabepreis bis auf 39,48 Euro. Erst in den letzten Tagen sorgte ein neues Zwischenhoch dafür, dass die Aktie wieder über Ausgabepreis ging. So soll es auch weitergehen. Alle vier Analysten, die die Aktie beobachten, empfehlen sie zum Kauf. Sogar Robert Schramm von Independent Research, der zum Zeitpunkt des Börsengangs noch ein Kursziel von 37,08 Euro ausgegeben hat, hat dies auf 47 Euro hoch gestuft.

Knackpunkt ist weiterhin die Frage der angemessenen Bewertung. Hier scheiden sich bereits beim Börsengang die Geister. Da Ersol beim Börsengang die Preisspanne von 36 bis 42 Euro voll ausschöpfte, war das Unternehmen fast das Sechsfache des Jahresumsatzes wert. Selbst für die an der Börse immens boomende Solar-Branche galt dies als sehr hoher Wert. Zumal Ersol erst im laufenden Jahr Gewinne erwirtschaften wird. Für Verärgerung sorgte außerdem, dass das Management noch Wochen vor dem Börsengang Aktien zu 13 Euro kaufen konnte. Der Spielraum nach oben erschien zum Zeitpunkt des Börsenganges deshalb nicht besonders hoch. Umso erstaunlicher war deshalb für viele Investoren der Börsenstart. Weniger erstaunlich hingegen der Einbruch danach.

„Innerhalb der Kurskorrektur ist die Aktie inzwischen jedoch zu tief gerutscht“, sagt Stephan Wulf vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Sein Kursziel für die Aktie liegt bei 47 Euro, womit er den Spitzenwert unter allen Analysten setzt. Knapp dahinter sind Alexander Karnick von der Deutschen Bank mit 46,20 Euro und Friedrich Schellmoser von der Hypo-Vereinsbank (HVB) mit 45 Euro. Alle drei Banken gehörten dem Bankenkonsortium an, das das Unternehmen an die Börse brachte. Einig sind sich die Experten darin, dass Ersol fundamental weiterhin so gut aufgestellt ist wie vor dem Börsengang prognostiziert.

Dazu beigetragen haben besonders die in der letzten Woche präsentierten Zahlen für das dritte Quartal. Damit hat Ersol die Erwartungen der Analysten sowohl bei Umsatz als auch auf der Ergebnisseite leicht übertroffen. Das war für Robert Schramm von Independent Research auch der Anlass, seine Meinung zu Ersol gründlich zu revidieren. Weil der Nettogewinn im laufenden Jahr nun wohl bei 6,1 Mill. Euro statt wie bisher erwartet bei 5,5 Mill. Euro liegen wird, steigt der Gewinn je Aktie von 0,56 Euro auf 0,62 Euro an.

Wichtig ist für alle Analysten auch, dass das Unternehmen in allen drei Geschäftsfeldern schwarze Zahlen schreibt. Zwar trug der Bereich der Zellproduktion rund 90 Prozent zum Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei. Doch auch die Herstellung von Wafern bzw. Ingots sowie das Handelssegment entwickeln sich positiv. „Diese Entwicklung wirft ein positives Licht auf die zukünftige Gewinnentwicklung – gerade im Hinblick auf den Ausbau der Kapazitäten“, sagt Stephan Wulf.

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