Solides Geschäft und gute Wachstumsperspektiven machen Titel attraktiv: Französische Autobahnaktien begeistern die Analysten

Solides Geschäft und gute Wachstumsperspektiven machen Titel attraktiv
Französische Autobahnaktien begeistern die Analysten

Seit dem 1. Januar soll nun auch in Deutschland der Euro rollen für die Benutzung der Autobahnen – zunächst nur für die Brummis. Im Nachbarland Frankreich sind die Autofahrer dagegen schon lange daran gewöhnt, für die Autobahnnutzung zu zahlen. Ihr Bezahl-System mit den Maut-Häuschen wirkt noch ein wenig altertümlich, dafür funktioniert es. Und Anleger können kräftig daran mitverdienen.

HB PARIS. Denn mit der Gesellschaft Autoroutes Paris-Rhin-Rhone (APRR) ist bereits der zweite Autobahnbetreiber an der Börse notiert. Ende November rollte die APRR an die Börse und die Anleger waren begeistert: Insgesamt 1,3 Millionen private Investoren zeichneten die Stücke; die Tranche für sie war zweifach, die für Profi-Anleger gar 13-fach überzeichnet. Dabei hatten viele die Performance der Autoroutes du Sud de la France (ASF) im Blick. Der Betreiber der Autobahnen im Süden Frankreichs ging bereits im März 2002 an die Börse. Seitdem hat die Aktie rund 50 Prozent an Wert gewonnen.

Das Hauptargument, sich die Aktien eines Autobahnbetreibers ins Depot zu legen, ist die Vorausschaubarkeit des Geschäfts: Die stetig fließenden Mauteinnahmen machen über 95 Prozent des Umsatzes aus. Zudem ist der Großteil des Straßennetzes bereits gebaut; teure, neue Großinvestitionen stehen nicht an. „Die französischen Autobahnbetreiber bieten eine Regelmäßigkeit des Geschäfts, die im Aktienmarkt ihres gleichen sucht“, urteilt Igor de Maack, Analyst beim Broker Ixis Securities. Zudem bieten die Titel Schutz gegen Inflation: Denn die Maut-Einnahmen sind an die Inflation gekoppelt.

Das stabile Geschäftsmodell mit seinem defensiven Charakter ist aber nicht mit geringem Gewinnwachstum gleichzusetzen. Die Analysten von CIC-Securities rechnen für die ASF mit einem Zuwachs beim Gewinn von 23,5 Prozent für 2004. Ähnliche Wachstumsraten erwarten die Experten auch beim Börsenneuling APRR. Haupttreiber des Gewinnwachstums: Die Neustrukturierung der Schulden. Dadurch sinken die Finanzierungslasten, für die rund 40 Prozent der Mauteinnahmen drauf gehen. Denn die Autobahnbetreiber haben in der Vergangenheit erhebliche Mittel aufgenommen, um den Ausbau der Autobahnnetze zu finanzieren. Die hohen Schuldenberge mögen Anleger verschrecken. ASF hat 8,4 Mrd. Euro Schulden, APRR 6,7 Mrd. Euro. Die Autobahn-Betreiber verschulden sich aber sehr langfristig. Daher werden erst jetzt die hochverzinslichen Tranchen aus der Vergangenheit fällig. Diese können die Gesellschaften heute zu wesentlich günstigeren Sätzen refinanzieren. Weitere Perspektive für Gewinnwachstum bietet die Automatisierung der Mauterhebung, was die Kosten drückt.

Doch leiden die Maut-Eintreiber nicht unter einer zunehmenden Auto-Abstinenz angesichts des teuren Benzins? „Historisch ist kein Zusammenhang zwischen Benzin-Preisen und Entwicklung des Verkehrsaufkommens festzustellen“, verspricht APRR-Chef Rémy Chardon. Eher sei das Verkehrsaufkommen an das allgemeine Wirtschaftswachstum gekoppelt – brummt die Wirtschaft rollen mehr Brummis.

Ixis Securities-Experte de Maack mag kein Manko darin erkennen, dass bei beiden Gesellschaften der französische Staat noch der Mehrheitsaktionär ist. „Da der Staat die Preise festsetzt, wird er als Aktionär immer auch die Interessen der Gesellschaften im Blick haben“, sagt er. Auch einem möglichen Verkauf weiterer Aktien durch die Regierung blickt der Experte gelassen entgegen. Zum einen habe die Regierung bei ihren bisherigen Zweitplatzierungen ein geschicktes Händchen bewiesen. „Darüber hinaus besteht echte Nachfrage nach den Papieren der Autobahnbetreiber“, sagt der Analyst.

So viele positive Argumente sind an der Börse natürlich nicht unbemerkt geblieben; entsprechend ist die Bewertung der Gesellschaften ambitioniert. Das gilt vor allem für die ASF, die mit Blick auf die für das kommende Jahr mit dem rund 20fachen des Gewinns bewertet wird. Wer bei den vergangenen IPOs aber nicht mit von der Partie war, braucht sich nicht zu grämen; denn mit der Sanef bereits bereits der dritte französische Autobahnbetreiber den Gang an die Börse vor. Den bisherigen Planungen zufolge soll die Sanef 2005 an die Börse rollen.

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