Spekulation Hedgefonds will an fallenden Kursen verdienen

Investoren sind frustriert: In Zeiten boomender Aktienmärkte, überteuerter Immobilien und unrentabler Anleihen gibt es kaum Möglichkeiten, kurzfristige Gewinne abzugreifen. Ein neuer Hedgefonds soll nun Abhilfe schaffen.
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Bald könnte es an den Aktienmärkten nach unten gehen. Ein neuer Hedgefonds will an fallenden Kursen verdienen. Quelle: dpa

Bald könnte es an den Aktienmärkten nach unten gehen. Ein neuer Hedgefonds will an fallenden Kursen verdienen.

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DüsseldorfAn den Aktienmärkten jagt derzeit ein Rekord den nächsten. Doch ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich das Bild dreht. Schon bald könnten die Märkte Druck ablassen; Mike Monnelly und David Bonnier, zwei ehemaligen Analysten von Kynikos Associates, der Firma des bekannten Leerverkäufers Jim Chanos, wollen dann profitieren. Im Oktober haben sie einen neuen Hedgefonds gegründet, der auf weltweit fallende Aktienkurse spekuliert.

Der in London ansässige Arhammar Short Alpha Fund wird in 30 bis 50 Aktien investieren, die sich voraussichtlich schlechter als der Markt entwickeln. Der Hedgefonds ging am 10. Oktober an den Start und wird von der schwedischen Bank SEB unterstützt. Wie viel Kapital dem Hedgefonds zur Verfügung steht wollten der 39-jährige Monnelly und der 36-jährige Bonnier nicht sagen.

Arhammar soll die Nachfrage nach anderen Ertragsprofilen als bei traditionellen Aktien, Immobilien und Anleihen befriedigen, sagt Bonnier im Interview mit Bloomberg News. Denn Family Offices und Dachfonds suchten nach neuen Wegen zur Kapitalerhaltung und zur Absicherung anderer Investments.

„Heute gibt es ein hohes Maß an Frustration, dass es nicht genügend Anlagemöglichkeiten gibt, denn entweder sind Aktien teuer, oder Immobilien sind teuer, oder festverzinsliche Wertpapiere sind teuer“, erklärt er. „Die Anzahl an Fonds, die sich dem Leerverkauf widmen, ist in den letzten zehn bis 15 Jahren erheblich gesunken.“ Bei einem Leerverkauf werden geliehene Aktien verkauft und zu einem späteren Zeitpunkt zurückgekauft. Ein Gewinn entsteht, wenn der Kurs bis dahin gesunken ist.

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Die DAB Bank hat das Anlageverhalten verschiedener Altersgruppen unter die Lupe genommen. Dazu wertete die Direktbank die Depots von rund 450.000 Privatanleger für den Zeitraum vom 1. Juli 2012 bis zum 30. Juni 2013 aus. Der Dax legte in diesem Zeitraum um knapp 24 Prozent zu. Die Direktbank ING-DiBa untersuchte in einer weiteren Studie, wie die Rendite privater Anleger im ersten Halbjahr 2013 in verschiedenen Städten ausfiel. Welche Altersgruppe und Stadt die beste Rendite erzielte.

Rentner
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Generation 60plus

Die Generation 60plus legt ihr Geld am erfolgreichsten an. Die älteste Gruppe erzielte demnach eine durchschnittliche Jahresperformance von 5,2 Prozent. Bei der Anlage setzten die über 60-Jährigen vor allem
auf Aktien. 58,3 Prozent ihres gesamten Depotvolumens investierten sie in diese Wertpapiere. Zurückhaltender waren die Älteren dagegen bei Fonds. Bei Anleihen haben die „alten Hasen“ wiederum den größten Anteil mit 11,6 Prozent, ebenso bei physischem Gold (0,3 Prozent).

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Mittlere Generation

Anleger im Alter zwischen 40 und 59 Jahren erzielten im Durchschnitt einen Wertzuwachs von 4,9 Prozent. Ihre Aktienquote lag bei 51,3 Prozent. Beliebt waren auch Investmentfonds. Die mittlere Generation investierte im Durchschnitt 35,7 Prozent ihres gesamten Depots in die Anteilsscheine.

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Junge Erwachsene

Die 18- bis 39-Jährigen erreichten im untersuchten Zeitraum eine durchschnittliche Jahresrendite von 2,8 Prozent. In der jungen Altersgruppe machten Aktien durchschnittlich 48,8 Prozent des gesamten Depotwertes aus. Besonders beliebt waren darüber auch Investmentfonds. Mit durchschnittlich 37,9 Prozent haben „junge Erwachsene" hier den größten Anteil am gesamten Depot.

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Junge halten mehr Cash

Zusätzlich zur Auswertung der einzelnen Anlageformen innerhalb der Depots hat die DAB Bank das Verhältnis von Wertpapiervermögen zu verfügbarem Bargeld auf den Konten der Anleger untersucht. Hier zeigt sich, dass die jüngste Anlegergruppe den höchsten Cash-Anteil am Gesamtvermögen hat. 24,1 Prozent ihrer geldwerten Mittel liegen bei den 18- bis 39-Jährigen in liquider Form auf dem Konto. Je älter die Anleger sind, desto geringer scheint das Bedürfnis nach liquiden Mitteln. Die 40- bis 59-Jährigen haben einen Cash-Anteil von 19,8 Prozent und bei der ältesten Investorengruppe sind es 16,1 Prozent.

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Frauen schlagen Männer

Die Durchschnittsrendite aller berücksichtigten Kundendepots ist im untersuchten Zeitraum durchweg positiv. Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede bei Frauen und Männern. So erzielten Frauen mit ihrem Wertpapierdepot eine durchschnittliche Rendite von 3,6 Prozent, Männer dagegen nur 2,3 Prozent.

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Dresden

In Dresden finden sich die erfolgreichsten Privatanleger im ersten Halbjahr 2013. Im Durchschnitt erzielten die Dresdner mit ihren Wertpapierdepots eine Rendite von 4,7 Prozent.

Monnelly und Bonnier waren beide in London für Kynikos als Analysten tätig. Sie stellten Recherchen an und entwickelten Ideen für die Short-Positionen des News Yorker Fonds, der derzeit über ein Anlagevermögen von etwa sechs Milliarden Dollar (rund 4,48 Milliarden Euro) verfügt.
Kynikos war durch den Leerverkauf von Aktien des amerikanischen Energieriesen Enron bekannt geworden, bevor der 2001 Konkurs anmeldete. Der Hedgefonds hat ähnliche Wetten gegen Chinas Banken und Brasiliens Vale, den weltgrößten Eisenerz-Produzenten, laufen, sagt Gründer Chanos. Hintergrund sei die Erwartung einer Abschwächung des kreditgetrieben Wachstums in China.

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